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Experiment 1 - SCSI auf IBM 5150 Motherboard Eigenwerk
von Professor aus der Kategorie Foto - Technik, Wissenschaft - Elektronik, Geräte - Computer

Technik - Sammlung, Experimente etc. -> IBM 5150 - Der erste PC -> Experiment 1
Ziel bestand darin, den IBM 5150 mit einem SCSI Controller und einer SCSI Festplatte auszurüsten (270MB). Ich wollte zeigen, was mit solch einer alten Hardware möglich ist und exemplarisch die technische Flexibilität des IBM PC Konzepts vorführen.
Erstellt:    03.07.2005 00:00
Geändert: 21.09.2006 10:45
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Kritiker            
Professor am 03.07.2005 19:54 (Ergaenzung)    4  
Professor

Verlauf des Experiments - Teil 1

Zweck: Versuch ein lauffähiges System mit einer SCSI 1/2 Festplatte aufzubauen, damit eine ähnliche Konfiguration in meinem IBM PC 5150 eingesetzt werden kann.

Komponenten: * IBM PC 5150 Motherboard
* SCSI I Controller Seagate ST 01/02
* VGA Grafikkarte
* 230 Watt AT-Netzteil
Zusatzkomponenten:
* 5 1/2 Zoll Floppydrive (1.2MB HD)
* Floppy Controller
* ATi VGA Grafikkarte

Verlauf:

1. Motherboard meldet Parity Check Error.
2. Parity Fehler in Bank 2 festgestellt, RAM-Bausteine ausgebaut und Bank 3 nach Bank 2 verlagert
3. System startet mit einer 192K RAM Konfiguration und lädt das ROM Basic
4. ST 01/02, SCSI HDD eingebaut, Festplatte wird erfolgreich erkannt, Controller will eine Installationsroutine durchführen (u.A. Formatierung), dies ist vorerst nicht erwünscht
5. Versuch, das System über Floppy zu booten schlägt fehl, Floppydrive funktioniert zwar, ein Bootvorgang wird jedoch nicht durchgeführt, anstattdessen wird ROM Basic geladen
6. Rückschlag nach einem Umstöpseln des Monitors, das Netzteil des Monitors scheint defekt, so daß am Stecker Spannung anliegt. Nach einem Stromschlag funktioniert die VGA Karte nicht mehr, Verdacht auf defekt.
Kritiker            
Professor am 04.07.2005 00:29 (Ergaenzung)    3  
Professor

Verlauf des Experiments - Teil 2

Verlauf:

7. Die VGA Karte wurde wohl beim Stromleck beschäftigt, deshalb habe ich eine CGA Karte mit einem CGA Monitor verwendet
8. Die SCSI Festplatte konnte erfolgreich formatiert werden. Dennoch kann das System nicht über Diskette gebooted werden, da das BIOS des IBM PC Motherboard nur Floppy-Laufwerke bis 360K. Diskettenkapazität unterstützt.
9. Als Ersatzlösung wird versucht, ein 286er Motherboard anstelle des PC Motherboards zu verwenden, um von Diskette booten zu können und somit die Ansprechbarkeit/Partitionierung der Festplatte unter DOS zu prüfen.
Kritiker            
Professor am 11.07.2005 03:04 (Ergaenzung)    3  
Professor

Verlauf des Experiments - Teil 3

Pause:

Experiment wurde abgebaut und vorübergehend eingestellt. Ich habe entschlossen, nach einem Floppy Controller mit BIOS Extenstion zu suchen, so daß dieser möglicherweise auch 3,5Zoll Laufwerke steuern kann. Sollte ich keinen geeigneten Controller in akzeptabler Zeit finden, werde ich mit dem Experiment, wie davor geschrieben, fortfahren (Vorbereitung der Festplatte über ein 286er Motherboard). Sollte ich so verfahren, werde ich einen PS2->DIN Adapter für Anschluss einer modernen Tastatur (eine AT-Tastatur mit DIN-Anschluss ist leider nicht verfügbar) kaufen und verwenden.
Kritiker            
Professor am 28.07.2005 18:33 (Ergaenzung)    3  
Professor

Ende des Experiments - Erfolg

Verlauf:

10. Anstatt eines 286er Motherboards wurde ein K6-200 System verwendet. Das MSI Mainboard des K6 besitzt 3 ISA-Slots.
11. Es wird eine Seagate SCSI-Fesplatte mit ca. 240MB Kapazität verwendet. Versuche mit dem ST02 Controller ergeben, daß dieser die Festplatte zwar erkennt, leider aber in der falschen Geometrie, so daß nur lediglich 16MB verfügbar sind.
12. Der Controller scheint ungeeignet für Festplatten solcher Größe zu sein. Eventuell liegt auch ein Defekt des ST02 Controllers vor. Ich habe einen anderen SCSI Host Adapter gekauft - den Future Domain TMC-830.
13. Der TMC-830 erkennt die Festplatte auf Anhieb. Damit ist das Arbeiten im K6-System einwandfrei möglich.
14. Der SCSI-Controller wird in das IBM PC 5150 Board eingebaut. Es ist mir möglich, das System von den Festplatte zu booten.

**Änderung der Versuchskonfiguration**

Komponenten: * IBM PC 5150
verbaut sind: 2 GFX (CGA+VGA), 1 FDC, 1 Expansionskarte (256K + COM/LPT IO)
* TMC-830 Host Adapter 8bit
* Seagate 240MB SCSI-2 HDD

15. In der finalen Phase soll der TMC-830 in meinen IBM PC 5150 eingebaut werden. Der Einbau ist erfolgreich, trotz einiger Schwierigkeiten. Das IBM Netzteil besitzt lediglich zwei Stromausgänge, so daß ein Floppy-Laufwerk abgeschaltet werden muss. Dafür musste das Mainboard rekonfiguriert werden. Außerdem gab es einen IRQ-Konflikt mit dem Expansionsboard des IBM PC.
16. Nach erfolgreichem Einbau konnte das System von Festplatte gebootet werden. Eine einwandfreie Arbeit mit dem Gerät in dieser Konfiguration ist nun möglich.



Schlussfolgerungen:


Der Einbau verlief schwieriger als geplant. Der erste verwendete Controller ST02 hat sich leider als Fehlschlag erwiesen. Mit dem TMC-830 bin ich sehr zufrieden. Zahlreiche Hürden mussten überwunden werden, insgesamt wurden 3 Systeme von dem Experiment betroffen.

Insgesamt konnte ich feststellen, daß das Arbeiten mit dem IBM PC und einer SCSI Festplatte recht angenehm war. Die Maschine reagierte recht schnell, das Kopieren von Dateien geschah in akzeptabler Zeit. Jedoch bin ich in einigen Bereichen auch an die Grenzen des 25 Jahre alten Systems gestossen. Zum einen ist es nicht möglich, mehr als 2 Geräte zu verbauen, ohne das Netzteil auszutauschen. Somit kann ich maximal eine Festplatte und ein Floppy-Laufwerk betreiben. Zum anderen besitzt das Mainboard 5 ISA-Slots. Diese wurden somit ausgeschöpft, um den geplanten Einbau einer Netzwerkkarte durchzuführen werden ich eine Grafikkarte ausbauen müssen. Danach ist das Expansionspotential ausgeschöpft. Denkbar wäre ein sog. Expansionsgehäuse, das zusätzlich 8 ISA-Slots bietet. Die nötige Hardware für einen solchen Aufbau ist jedoch sehr selten. Aufgefallen ist mir auch die extreme Hitzeentwicklung bei 5 eingebauten ISA-Karten. Der Gesamtverbrauch des Systems müsste 60 Watt übersteigen. Man bedenke, daß das Gehäuse keinen (wie heute üblich) Gehäuselüfter besitzt. Der einzige vorhandene Lüfter ist der Lüfter des Netzteils. Ob dieser in der Lage ist, genug Wärme im Dauerbetrieb abzuführen ist fraglich.


Zukunftspläne:

Ich möchte die Maschine netzwerkfähig machen. Außerdem will ich eine andere, eventuell größere SCSI-Festplatte verwenden, da die von mir verwendete Seagate viel zu laut ist. Um effektiven Datenaustausch zwischen dem IBM PC und modernen Systemen zu ermöglichen, möchte ich außerdem einen FDC mit BIOS installieren (wie früher beschrieben). Damit könnte ich sogar 1,44MB-Disketten verwenden, um einige Treiber und Programme zu kopieren, um den Netzwerkbetrieb einzurichten. Ein Controller solcher Art ist sehr selten, so daß jetzt wohl eine größere Pause bis zur nächsten Phase vergehen wird. Eine geeignete ISA 10MBit Netzwerkkarte besitze ich bereits, so daß jetzt die Anschaffung des FDC's und der SCSI Festplatte im Vordergrund steht.


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