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Leidenschaft will gelebt werden. Egal, ob sie morgen schon wieder vorbei ist. Ein letzter Ruf nach mehr Mut von NADINE BARTH. Geflüstert und GESCHRIEN Fremdwerk
von dana69 aus der Kategorie Freier Text - Liebe, Erotik, Partnerschaft

zum Nachdenken
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Erstellt:    08.10.2003 00:00
Geändert: 01.10.2004 23:48
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Greif zu !

Hey. Komm mal her. Ja, DU. Nimm den Kopf hoch, schau mich an. Ich weiß, du bist es nicht gewohnt, dass dich jemand will, einfach so, ohne Wenn und Aber und Vielleicht. Ich tariere mein Gleichgewicht. Stehe vor dir, suche meine Mitte. Nein, ich werde nicht esoterisch, vergiss es. Diesmal ist es anders. Diesmal ist der Mittelpunkt das Begehren. Es ist nur ein Kribbeln, nicht mehr. Langsam kriecht es hoch, blitzt ein paar mal im Kopf auf. Eine Möglichkeit, ein Versprechen nach mehr. Du kannst das haben. Du kannst alles von mir haben. Ich weiß noch nicht, wie es sich anfühlt, ich weiß nur, dass es groß sein wird. Es wird dich überfluten und du wirst nicht mehr wissen, wer du bist. Mach einen Schritt vor, dir zuliebe. Na, komm. Du kannst nur gewinnen, ich verspreche es dir. Was hält dich denn? Dein Anstand? Ach, komm. Das ist lächerlich. Kindergarten. WAS NOCH? Deine Träume von Geradlinigkeit? Dem ruhigen Hafen Doppelhaushälfte? EWIGES VERTRAUEN? PAH. WAS FÜR WERTE! Du hast den wichtigsten vergessen: GLÜCK. Das Aufscheinen von Vollkommenheit. Der eine Moment, der so schön glänzt. Und, soll ich dir was sagen? Er bleibt als kostbarer Schatz in dir. Du kannst ihn tragen wie einen Talisman, er leuchtet so stark, dass er dich in jeder Dunkelheit leitet. Aber nur, wenn du jetzt mitkommst. Du zögerst immer noch? Du hast lauter Argumente, warum es nicht sein darf? Warum es besser wäre, du würdest jetzt gehen? OH, ICH HABE DAS SO SATT. IMMER DIESES GEREDE. DIE RECHTFERTIGUNGEN. DAS FÜHRT ZU NICHTS. WIR VERTRÖDELN NUR ZEIT DAMIT. ES KÖNNTE SO GUT SEIN. WIR KÖNNTEN ZUSAMMEN SPRINGEN. SPRINGEN IN EIN GEFÜHL, DAS NUR UNS BEIDEN GEHÖRT. DA IST NIEMAND, DER UNS STÖRT. DU HAST SCHISS? WARUM DENN? ICH BEISSE NICHT. Im Gegenteil. Ich werde dich ehren. Weil du dich etwas getraut hast. Weil du dich einfach hingegeben hast. Augen zu, wegdriften, das Paradies finden. Du hast Angst vor morgen? Was kümmert dich das Morgen? Vielleicht erlebst du das gar nicht. Und wer sagt dir, dass der Morgen mit mir nicht besser ist als der ohne mich? Was weißt du denn schon vom Leben? DU BIST SO GEFANGEN IN DEINEN ÜBERKOMMENEN VORSTELLUNGEN. Tuckerst auf dem Schienenstrang der Konventionen entlang. Willst deinen Platz in der Gesellschaft. Möchtest von allen gemocht werden. Verlangst Anerkennung. Soll ich dir mal ein Geheimnis verraten? Wer sich traut, seine Leidenschaft bedingungslos auszuleben, der wird geliebt. Im Ernst. Eine Tat im Affekt wird selbst vor Gericht weniger geahndet als die überlegte Planung des Delikts. Da ist die Tendenz des Verzeihens in unserer Gesellschaft, wenn jemand seine Emotionen zeigt. Der kühl Berechnende wird nie geliebt. Komm, gib mir deine Hand. Komm mit. Nur einen Schritt. Jetzt komm schon. Ich werde langsam UNGEDULDIG. MEIN GOTT, BIST DU FEIGE. ICH GLAUBE ES NICHT. DA STEHST DU IMMER NOCH, DRUCKST RUM, ZÖGERST. HÄLST DICH AN DEM HAKEN VERNUNFT FEST, BAUMELST DA WIE VERFAULTES FLEISCH. OH, ICH KÖNNTE DICH RÜTTELN, DICH RÜTTELN UND SCHÜTTELN UND DIR RECHTS UND LINKS EINE KNALLEN UND KALTES WASSER ÜBER DICH SCHÜTTEN, JA, ALL DAS UND NOCH VIEL MEHR, DAMIT DU ENDLICH AUFWACHST. ICH WILL GELÜSTE. ECHTE LEIDENSCHAFT. ICH WILL LEBENDIGKEIT; DIE SO TOTAL IST; DASS DIE GANZE WELT VERSTUMMT. ICH WILL DIE FAUST, EMPORGERECKT, NOCH HÖHER, SO HOCH WIE KEIN FLUGZEUG FLIEGT. ICH WILL EINE KLARE ANSAGE. ICH WILL EIN JA. Sag es doch einfach mal. Öffne deine Lippen für ein Ja, und du siehst, das ist immer ganz breit, dieses Ja, ganz bejahend und positiv und da, egal, wie vorsichtig du es sagst. Merkst du auch, wie sich die Gesichtsmuskeln dabei entspannen? Ja. Jaaa. JAAAAAAAA. SAG JA ZU MIR. IN DIESEM AUGENBLICK. NUR DAS VERLANGE ICH. DANACH KANNST DU GEHEN. DU KANNST IN DEIN SPIESSIGES, KLEINES, UNBEDEUTENDES LEBEN ZURÜCKGEHEN. SAG ES NUR EINMAL: JA. SAG JA ZU MIR. ES IST EGAL, OB ES SCHIEF GEHT. Vermutlich wird es das auch, aber wer weiß es schon. Vielleicht erheben uns auch die Engel in den Stand der ihren, und das Ja dauert eine Ewigkeit. Weil es jeden Tag aufs Neue von uns zueinander gesagt wird. Das Potenzial hätten wir. Die Welle ist da. Ich jedenfalls spüre sie. Wir müssen uns nur noch auf ihren Kamm erheben und das Tal durchsurfen. Du kannst das. Ich weiß es. Und falls wir dabei ertrinken sollten, haben wir wenigstens das Lebensprisma mit all seinen Farben gesehen. Die totale Verschmelzung erlebt. Wenn nichts anderes mehr zählt und du nur noch MICH siehst. Du bist noch nicht überzeugt? Okay. Ich weiß, was du meinst. Nach so einem Rausch kommt das böse Erwachen. Da kommt die Schalheit, der Alltag, die Unlust. Es kommt die Trauer über die verpassten Chancen, die du unseretwegen nicht wahrnehmen konntest. Es kommt die Trennung, die ein einziger Krampf ist, weil wir uns so verletzten werden wie niemanden zuvor. Ich will das gar nicht beschönigen. Es wird in jedem Fall verdammt wehtun. Und nun sage ich dir eins: „So what!“, und wenn schon. Du wirst nämlich das „Uns“ zum zweiten Mal erfühlen können. Diesmal im negativen Sinne, die dunkle Seite des Mondes sozusagen. Weiß und Schwarz werden sich ergänzen. Sie werden miteinander verschmelzen und deine eigene Tiefe ausloten. Genau aus diesem Terrain wirst du dich später erheben können. Wenn du durch die Traurigkeit hindurchgegangen sein wirst. Und wisse, jede Träne ist ein Geschenk. Denn sie zeigt dir, wie wertvoll der Moment war, den du mutig erlebt hast. So wirst du aus der stumpfen Leere, die der Verlust unserer Liebe bedeutet, herauskommen als starker Mensch. Jemand, der zu dem steht, was er empfindet. Schau mich an. Ich habe mich immer getraut, meine Emotionen zu zeigen. Ich tanze, wenn mir danach ist. Und wenn es noch so albern ist und unpassend. Sollen mich doch alle für verrückt halten, da lache ich nur drüber. Und ich lache ganz laut, egal, ob ich die Einzige bin, die etwas komisch findet. Und ich heule auch Rotz und Wasser, wenn ich nicht anders kann. Ich mag meine Schwächen, ich mag meine Inkonsequenz und ich mag dich jetzt gerade, wie du so erschrocken guckst. Gib mir deine Hand, na komm schon. Du kannst das auch: an der Hand halten, wen du willst, in jede Richtung lieben. Hast du Angst, deinen Ruf zu verlieren? Was für einen Ruf? Willst du lieber, dass man dich einen Feigling nennt, weil du dich ewig nicht entscheiden kannst? Unentschlossen und ängstlich und unfrei?. Gib schon. JETZT GIB MIR DEINE HAND, VERDAMMT NOCH MAL. LASS UNS ENDLICH GEHEN. DAS NERVT DOCH, DIESE WARTEREI. UNS HÄLT NICHTS: ÜBERHAUPT NICHTS. LASS ENDLICH LOS. Deine Finger sind schon verkrampft vom starren Festhalten an deiner Vergangenheit. Da kommt etwas Neues auf dich zu. GREIF ZU. SCHMECKE ES. RIECHE ES. FASS ES AN. KRATZE DRÜBER. SAUG DICH FEST. VERSCHLINGE ES. NIMM ALLES AUF EINMAL. Du willst das. Du bist hungrig. So hungrig und durstig und verliebt, wie du nie warst. Du musst nur genau hinfühlen. ES IST DA! JA! WEINE RUHIG. ES IST DA! JA! LACHE RUHIG. ES IST DA! JA! FINDE RUHIG ALLES UNGLAUBLICH UND UNVORSTELLBAR UND UNWIRKLICH. ES! IST! DA! UND ES KOMMT NÄHER. Komm auch du näher. – Schließe deine Augen. Meine Hand liegt schon in deiner. Alles wird gut. Und zwar genau ... - ... - ... : JETZT!
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Kritiker            
dana69 am 16.10.2003 11:11 (Kommentar)    5    1  
dana69

findest du?

...gerade das lange überlegen ist hier nicht gefragt... darum geht es ja... sich einfach mal gehen lassen..
Kritiker            
QaDeS am 23.10.2003 12:13 (Kommentar)    9  
QaDeS

Faszinierend...

...dieser Text. Zieht dich in sein Innerstes, saugt dich auf in ein Spiegelkabinett, das nur dich zeigt. Dich und dich, beide Seiten der Medaille. Wir stehn doch alle mal auf der einen, mal auf der anderen Seite dieser Geschichte. Beide sind verlockend und abstossend zugleich. Beide sind Teil von uns, und wir können immer entscheiden, welche Facetten wir in einer bestimmten Situation aktivieren. Diese fortwährende Entscheidungsfreiheit ist die Kraft, nicht die eine oder andere Verhaltensweise.


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