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Der letzte Abend Eigenwerk
von |313A062237 aus der Kategorie Geschichte - Nachdenkliches, Ernstes

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Primärverzeichnis von |313A062237
Erstellt:    03.03.2005 00:00 1759 Lesungen, 2.4KB

Von weitem hört man Glocken leuten. Es dürfte nun 21 Uhr sein. Es ist ein kalter Abend. Februar.
Die Sonne hat sich längst hinter dem Horizont versteckt, vielleicht möchte sie das tragische Ereigniss der Folgenden Nacht nicht mit ansehen müssen.
Zwei Jugendliche, am Stand auf einer dunkelblauen Decke sitzen, halten sich an der Hand und schauen sich gegenseitig tief in die leeren Hoffnungslosen Augen.
Es gleicht einem Blick in den Spiegel, in dem sich nichts tut. Keine Bewegung. Kein Licht.
Keine Träne läuft ihnen über die Wangen. Gesichter der Gleichgültigkeit. Gesichter der Verzweiflung.
Leise Musik, gefühlvolle Klänge, das Geräusch wenn die kleinen Wellen am Strand in sich zusammen fallsn. Der Wind , der schnell über das Meer fegt, und mit jeder Böhe ein wenig Sand auf die Decke schlägt.
Heute sollte es geschehen. Es ist der perfekte Abend. Beide haben sie lange darüber nachgedacht. Sie unterhalten sich noch ein wenig, danach öffnen sie eine Flasche.
Sie trinken, schluck für schluck, bis sie vollends leer ist.
Die Augen beider werden glasig. Aus der Tasche holt sie ein paar kleine Packungen.
Beide nehmen viele - zu viele - der darin enthaltenen Tabletten.
Schon wieder leuten die Glocken.
Zwischen dem blau-schwarzen Himmel kann man nun einen grossen roten Punkt erblicken. Es ist schön anzusehen wie sich das rötliche Licht auf dem Wasser spiegelt.
Wie es über jede einzelne Welle drüber zu hüpfen scheint und immer weiter leuchtet, als wäre es für immer.
Doch nichts ist für immer.
Das wissen auch die beiden.
Wieder schauen sie sich an. Sie nehmen sich an die Hand, beide Hände sind kalt.
Der Gang zum Meer scheint so unendlich lang. Das Wissen, dass es der letze Gang ihres bishereigen Lebens werden soll, macht den Schmerz, verursacht durch den an die Beine peitschenden Sand erträglicher.
Es ist schon fast ein schönes Gefühlt.
Sie gehen weiter, noch immer Hand in Hand. Das einzige Gefühl von Wärme und Zusammenhalt was ihnen noch bleibt. Ein Blick zurück.
Die leere Flasch ist nun umgekippt, die blaue Decke ist an einer Ecke übergeschlagen, die restlicke Decke ist mit kleinen Sandpfützen überseht, die der Wind hergeweht hat. Die Tablettenverpackungen sind längst weggeweht.

Sie schauen sich ein letzes mal in die glänzenden, nun leicht hoffnungsvollen Augen und gehen Hand in Hand die letzen Meter ihres bisherigen Lebens.



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Zensor            
|313A062237 am 03.03.2005 17:37 (Kommentar)    3  
|313A062237

313A062237's Kommentar

Mittlerweile bin ich !fast deiner Meinung.
"Nur Feiglinge" , so würde ich das nicht unbedingt ausdrücken, es gehört eine Menge Mut/Verzweiflung dazu...
"Das Leben ist zu kostbar,um es einfach wegzuwerfen"
sehr subjekitv;)
Aber das ist sowieso eine Frage über die wir stundenlang diskutieren könnten...(wer weiss, vielleicht sieht man sich mal im Chat^^)

Aber freut mich , das ueberhaupt wer was zu meinen Texten sagt:-)


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