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Die Fähigkeit loslassen zu können Eigenwerk
von LovelyBine aus der Kategorie Geschichte - Menschen

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Die Väter der Welt
Gedanken über Väter und meinen Vater
Erstellt:    03.10.2004 00:00 2578 Lesungen, 2.5KB



Ich höre eine Engelsstimme flüstern du suchtest ein Kind. Ein Mädchen mit langem blondem Haar und liebvollem Charakter.
Der Engel ersuchte mich, legte mir den Finger auf die Lippen und sagte ich solle acht geben. In naher Zukunft würde ich leben können. Wie es Menschen gibt die Kinder auf die Welt bringen, so werde ich eines davon sein. Der Engel strich mir über die Augen so dass ich sie schloss. Ich sah meinen Vater. Ich wusste dass er es war. Ich spürte Liebe für diesen Menschen. Ich liebte dieses Gefühl. Voller Erwartung darauf dieses Gefühl wieder zuerlangen wartete ich bis ich ihn wirklich sehen konnte. Wie er vor mir stand und mich ansah. Mich akzeptierte als seine Tochter. Sein Fleisch und Blut. Die Jahre vergingen und ich spürte dieses wohltuende Gefühl der Liebe zu meinem Vater voller Genuß. Doch mit der Zeit wurde es schwächer. Ich fragte mich warum und versuchte es zu ergründen. Er ließ mich los, er wollte mich verlassen. Er brauchte mich nicht mehr. Er ging in eine andere Lebensphase über, in der ich nur noch Nebensache war. Mein Herz zog sich vor Fassungslosigkeit und Enttäuschung zusammen. Es schmerzte. Ich musste vorzeitig loslassen, nicht gefasst auf eine so rasche Trennung. Er löste sich innerhalb von wenigen Monaten ganz von mir. Hatte nichts mehr von ihm, mithilfe ich Kontakt hätte aufnehmen können. Ich streifte durch das Leben, hoffnungslos, einsam, ohne Sinn. Eines Nachts in einem Traum sah ich einen Engel vor mir, der mir den Finger auf die Lippen legte und mich anlächelte. Er hatte Gesichtszüge, die in Vertrauen gebadet waren. Ich war wie gefesselt als ich aufwachte. Ich hatte diese Ahnung ich würde diesen Engel, oder was auch immer das für ein Wesen war, kennen, schon einmal gesehen haben. Kurze Zeit später musste ich gehen. Meine Seele wurde abgeholt. Wurde von Händen davongetragen und ich wusste wohin es ging. Ich war schon hier bevor ich meinen Vater traf. Er war mein erster Vater. Ich würde noch weitere kennenlernen. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte ich immer noch damit zu tun mich von meinem lieben Papa zu lösen, der Papa mit dem Gefühl für mich. Ich bin ihm nicht böse, dass er sich so früh von mir gelöst hat. Das muss jeder Vater irgendwann tun. Er tat es verfrüht und löste damit zwar Schmerz aus, aber er liebte mich zuvor wie es nicht alle Väter fähig sind zu tun. Er konnte diese Liebe nie zeigen, aber ich wusste er tat es. Ich spürte es. Ich kannte es nicht anders. Er war ein Vater mit all seinen Fehlern und Kanten, aber er war mein Vater. Ein guter Vater.

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Zensor            
zimbal am 03.10.2004 13:06 (Kommentar)    5    2  
zimbal
ein wunderschöner text.


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