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Warum gehen Beziehungen so oft zu Bruch? Kann man etwas dagegen tun? Eigenwerk
von Emperor aus der Kategorie Gedanke - Leben

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Primärverzeichnis von Emperor
Erstellt:    06.09.2004 00:00
Geändert: 13.09.2006 10:21
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Es ist doch immer so schön! Mann trifft SIE - scheinbar die einzige auf der ganzen Welt, die einzige, die scheinbar allein für dich bestimmt war, die einzige, der man das ganze Leben zu Füßen legen will... Und dann das Zusammensein, die romantischen Abende und ledenschaftliche Nächte - da sind doch alle Liebesromane nichts dagegen, weil das im realen Leben passiert! Und dann... Tja, was soll ich denn erzählen. Jeder weiß, und es ist statistisch bestätigt, dass über 75% aller Beziehungen abrupt zu Ende gehen, und zwar alles andere als friedlich und glücklich. Man wirft dem/derjenigen, den/die man vor kurzem noch so geliebt hat, all die möglichen Beleidigungen auf den Kopf, man fühlt sich betrogen und ausgeraubt, man fragt sich, wie man so blind war und nicht sofort sah "was er doch für ein Arschloch ist" oder "wie ich doch überhaupt mit diesem Miststück zusammenkommen konnte". Das ist sehr schmerzhaft und kann manchmal auch zu einem Selbstmord führen, wenn nicht zu etwas Schlimmerem.

Natürlich kann ich hier nicht alle Ursachen dafür nennen, ich will es ja auch nicht einmal versuchen - dafür gibt es so viele Ursachen wieviele Menschen es auf der Erde gibt. Mindestens. Auch die Ursachen, die ich jetzt zu nennen versuche, sind wahrscheinlich falsch - das kommt immer auf den Standpunkt und auf die Umstände an.

Eine der Ursachen, wie paradoxal es auch einem vorkommen mag, stammt aus grauer Vorzeit - aus der Zeit, wo das Überleben und die Fortpflanzung eine grundsätzliche Rolle spielten. Es wurde sowohl in die Natur der Frau wie auch des Mannes "einprogrammiert", dass sie so viele Nachkommen wie möglich produzieren sollten. Und wenn man dafür immer den/die gleiche/n verwendet... tja. Brauche ich wohl nichts weiter zu sagen (Uuuuh, diese Worte werden jetzt wahrscheinlich von vielen als ein Aufruf "Wechselt Eure Partner so oft wie möglich!" eingeschätzt - da will ich sofort sagen, dass das keineswegs meine Absicht war. Und überhaupt - ich möchte niemandem was empfehlen, denn es ist immer das schwierigste, eine richtige Empfehlung zu geben). Das ist auch ein Grund, warum man seine/n Geliebte/n so oft mit einem anderen vorfindet - kreativ und innovativ, ja... Aber genug - ich merke auch schon, dass ich langsam sarkastisch werde, und das gehört sich an dieser Stelle gar nicht.

Eine andere häufige Ursache könnte sein, dass man von seinem Partner nicht das bekam, was man erwartete - nun, da ist man entweder selber schuld, denn wer zu viel erhofft, bekommt normalerweise gar nichts, oder - und das ist das wichtigste - man ist nicht offen und ehrlich zueinander, man möchte sich immer von seiner Schokoladenseite zeigen - das bittere Nachgeschmack kommt meistens, wenn man herausfindet, was sich hinter der Fassade verbirgt. Deswegen mein Tipp - immer offen und ehrlich zueinander sein, und wenn das ihm/ihr nicht gefällt, dann war das such nicht die/der Richtige/r gewesen. Entweder akzeptiert man alles, oder nichts - eine Mitte kann es in dieser Sache nicht geben. (Herzlichen Dank für diesen Gedanken, Professor - das ist wirklich etwas, wonach man sich richten könnte.)

Noch eine Ursache ist das jeweilige Charakter des/derjenigen, auf die/den es ankommt. Aber da möchte ich nichts weiter dazu sagen - nur das, dass Charakter alle Kriterien, nach den man zueinander passt, überwiegen kann. Dann wirbeln bei einem Streit solche Worte wie "Memme, Schwächling" oder umgekehrt, "Scheiß-Draufgänger" durch die Luft. Aber da will ich nichts weiter dazu sagen - die Charaktere sind so unterschiedlich, dass ich zu diesem Thema ein Buch schreiben müsste, und nicht so ein kleines Artikel. Aber zum Thema Streit wollte ich noch was sagen, und zwar: Sollte es einmal krachen, so ist es noch nicht das Beziehungsende, und umgekehrt: Es kann passieren, dass man auch ohne einen einzigen stattgefundenen Streit sitzengelassen wird. Eine Beziehung ohne Streit ist wie eine Suppe ohne Salz - Streits helfen sehr oft, Stress abzubauen und Hürden in der Beziehung zu überwinden - es ist doch bekannt, dass man sich viel besser fühlt, wenn man alles gesagt hat, was man sagen wollte. Warum sollte es bei einer Beziehung anders sein? Wer hofft, eine streit-freie und glückliche Beziehung aufzubauen, ist auf dem Holzweg - es gibt kein perfektes Glück, genau wie kein "perfektes Pech" - Hoffnung bleibt immer und stirbt als letzte.

Wenn jemand jetzt nach dem Lesen dieses Artikels denkt, ich habe keine Freundin und hatte noch nie eine, der hat vollkommen recht - so ist es auch in Wirklichkeit. Aber falsch wäre zu denken, ich würde mich nicht danach sehnen - doch, ich tu es, auch wenn ich weiß, dass es mir genauso ergehen kann, wie einem Nachtfalter, der auf ein Lagerfeuer zufliegt.
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Denker            
Exit am 14.10.2004 00:32 (Kommentar)    5  
Exit
Ja man kann. Ich rechne damit dass Dir das nicht gefallen wird was ich Dir schreiben werde weil es Deinem Verstand nicht gefällt. Vorweg, es gehören immer zwei dazu. Nuja, hier trotzdem:

Höre auf, den anderen zu Bewerten und über sein Handeln zu urteilen. Begebe Dich auf den Standpunkt dass Dir der andere in all seinen Handlungen nur seine Liebe zeigt. Ist er mit Dir zusammen zeigt er Dir seine Liebe dadurch. Verlässt er Dich, zeigt er Dir seine Liebe eben dadurch. Schwer zu verstehen oder idiotisch? Mag sein. Du entscheidest in welcher Welt Du leben möchtest. In einer Welt in der Du nur von Menschen geliebt wirst oder in einer Welt in der Du von Menschen geliebt und gehasst wirst. Niemand sagt dass es einfach ist, die Dinge so zu sehen, es ist wirklich nicht der einfache Weg. Als Denkanstoss, bevor ich jemanden beschimpfe zeige ich ihm meine Liebe durch mein Schweigen. Nur weil Du die Liebe in den Handlungen der anderen Menschen nicht erkennst, heisst es nicht dass sie nicht vorhanden ist.

Lieben heisst den Menschen mit dem man zusammen sein möchte, jedes mal wenn man ihn sieht als etwas schönes neu zu erschaffen. Wenn Du nicht weisst wie das geht, dann nimm Dir einen Gegenstand der sich in Deiner Nähe befindet und beantworte die kommenden Fragen:

Sieht der Gegenstand optisch gut aus, hat er eine schöne Farbe, schöne Formen?
Hat der Gegenstand eine angenehme Oberfläche, fühlt er sich gut an?
Würdest Du Dich freuen wenn Dir jemand diesen Gegenstand schenken würde?

Wie hast Du die Fragen beantwortet? Alle oder die meissten mit Nein? Beschissenes Ding was Du da in Deiner Nähe hast, nicht wahr? Alle mit Ja? Hey, ist das nicht ein Superteil was Du da hast?
Hat der Gegenstand Dir gesagt wie Du ihn erschaffen sollst? Oder hast Du das vielleicht einfach selbst getan ohne darüber nachzudenken? Und bist Du zufrieden mit dem was dabei rausgekommen ist? Nein? Dumm gelaufen, selber schuld. Mache einen Unterschied und sei Dir darüber im klaren wie Du Deinen Gegenüber erschaffst. Du tust das, nicht der andere, niemand kann Dir ein erleben einer Sache oder einer Person aufzwingen.

Streit muss nicht sein. Versuche den Standpunkt des anderen zu verstehen. Versuche es wenigstens. Versuche die Welt durch seine Augen zu sehen, seine Gefühle zu spüren und seine Gedanken kennen zu lernen.
Streit entsteht aus unterschiedlichen Standpunkten und unterschiedlichem erleben (erschaffen) einer Sache. Wer nicht sieht dass erst durch alle Standpunkte die Wahrheit ans Licht kommt sollte anfangen seine Augen zu öffnen und sich von seiner Festgefahrenheit lösen. Die meisten Menschen sehen nur in einer Dimension und besitzen die eigentlich unerhörte Arroganz das auch noch als die einzige Wahrheit hinzustellen. Streite Dich mit mir ob es ein Dreieck ist oder ein Viereck oder erkenne dass wir beide eine Pyramide meinen. Streite Dich mit mir ob es ein Dreieck oder ein Kreis ist oder erkenne dass wir beide von einem Kegel sprechen. Nur einer von uns sieht es von unten, der andere von der Seite. Streit wenn Du möchtest oder komme einfach weiter indem Du versuchst den anderen zu verstehen ... Kommunikation mit dem Ziel den anderen zu verstehen.

Hoffen heisst darauf zu warten dass sich etwas ändert oder dass etwas passiert. Es passiert von alleine aber nix. Wenn sich etwas verändern soll dann muss etwas dafür getan werden. Du musst erkennen dass Du die Macht hast, die Dinge zu verändern. Wenn Du nichts tust, verändert sie jemand anders und zwar anders als Du es gerne hättest.

Zum Thema Vorzeit und Partnerwechsel ... Ein Menschenkind aufzuziehen ist sehr anstrengend. Es dauert Jahre bis der Nachwuchs auf sich selbst gestellt überleben kann. Viel länger als bei allen bekannten Tieren. Um sicher zu sein dass der Nachwuchs auch überlebt war es zwingend notwendig dass ein Mann und eine Frau sich gemeinsam um den Nachwuchs über Jahre hinweg kümmern. Imho sind Menschen eher für ein dauerhaftes gemeinsames Leben geschaffen um das Überleben des Nachwuchses zu sichern. Nur das ist etwas das sich heute verändert hat. Während früher eine Frau nicht in der Lage war selbständig mit einem Kind zu überleben ist das heute kein Problem mehr den Nachwuchs ohne fremde Hilfe aufzuziehen.

so, erst mal alles für heute :)
Deuter            
Emperor am 14.10.2004 11:48 (Kommentar)    4  
Emperor
Nuja. Es ist sicherlich nicht falsch, was du da geschrieben hast. Jetzt gebe ich dir auch ein wenig Stoff zum Nachdenken: Versuch doch mal, diese obenstehenden Sachen jemandem zu vermitteln, dessen Beziehung mit Schreien, Tränen und Schmerz zu Bruch gegangen ist. Bist du sicher, dass er/sie es ebenfalls so sieht? Oder denk mal über die folgende Frage nach: Kriege müssen ebenfalls nicht sein, und warum finden sie nun doch immer wieder statt? ;-)

Btw: du kannst nicht darüber urteilen, ob es mir gefällt oder nicht - es ist eben eine andere Meinung als meine, und ich weiß seit etwa 20 Jahren, dass es auf der Welt nicht nur meine Meinung gibt. Danke, dass du dir die Mühe hast, den Text wenigstens bis zum Ende durchzulesen - es gibt nicht viele, die das tun.
Zensor            
zimbal am 14.10.2004 12:05 (Kommentar)    3  
zimbal
naja, emperor hat insofern recht, als dass die sichtweise von exit ne ziemlich abstrakte und theoretische ist. ich sage nicht dass sie falsch ist, aber nicht praktikabel. ein folteropfer wird seinen peiniger nicht lieben können. verzeihen vielleicht, aber lieben? abgesehen davon, wie wird der begriff liebe definiert? ist hass auch liebe nur mit negativem vorzeichen? natürlich ist es wichtig offen und mit der haltung, etwas geben zu wollen, auf die menschen und auf alles andere zuzugehen.
sehr treffend das beispiel mit dem blickwinkel auf pyramide und kegel. ist immer so. jeder mensch hat einen eigenen blickwinkel und ist geprägt von bisheriger erfahrung. und leider prägt uns genau jene zeit in den ersten 3 jahren, in denen wir völlig abhängig sind, am meisten. keiner kann so einfach aus seiner haut schlüpfen. ein leben lang.
Denker            
Exit am 14.10.2004 14:10 (Kommentar)    4  
Exit
Krieg ist nichts anderes als ein gigantisches Ins-Unrecht-Setzen auf Weltebene. Eine Bewertungs- und Urteilsstrategie die es uns ermöglicht, den eigenen Standpunkt als den einzig richtigen anzusehen und den anderen zwanghaft davon überzeugen zu wollen, dass unsere Einstellung und Sicht der Dinge die Wahrheit ist.
Anscheinend gibt es keine Möglichkeit Krieg zu vermeiden, es ist die grosse Tragödie dass Kriege unvermeidlich sind. Es weiss ja schliesslich jeder dass nicht genügend für alle da ist. Es ist zu wenig Reichtum, zu wenig Land für alle vorhanden. Um das was vorhanden ist muss man kämpfen um überleben zu können.
Kontext des Mangels. Das Problem ist dass diese Überzeugungen als die Wahrheit erachtet werden und Kriege aus diesen Überzeugungen weiter gehen.

Versuche mal zu denken dass es von allem für alle genügend gibt und man darum nicht kämpfen muss. Versuche zu denken dass nicht einer gewinnen kann und der andere verlieren muss sondern dass beide gewinnen. Oder wie heisst es so schön, Krieg kennt keine Gewinner, nur Verlierer!
Ich hoffe das beantwortet Deine Frage halbwegs.

Ich habe nicht über Dich geurteilt. Ich habe nur gesagt, dass ich damit rechne, dass es Deinem Verstand nicht gefällt. Sollte dies jedoch so angekommen sein so erflehe ich Deine Verzeihung.

@zimbal
Das sind Deine Überzeugungen. Wenn Du zu einem Folteropfer wirst, ist es Dir aufgrund Deiner eigenen, selbstauferlegten Überzeugung nicht möglich den Folterknecht zu lieben. Es ist nicht halt so, Du machst es so weil Du diese Überzeugung in Dir trägst. Hast Du Liebe an die Bedingung geknüpft dass man zu Dir nett sein muss um von Dir geliebt zu werden? Das ist meiner Ansicht nach keine Liebe. Liebe ist Bedingungslos und frei von jeglicher Forderung.
Ein paar Dinge sind provokant gewählt bzw. dargestellt um zum nachdenken anzuregen. Die Welt ist nicht so wie sie ist, wir machen sie zu dem wie sie ist durch unsere Überzeugungen. Ich denke es ist Zeit einen Unterschied zu machen und zu erkennen in welcher Art und Weise wir die Welt zu dem machen was sie ist.
Zensor            
zimbal am 14.10.2004 15:43 (Kommentar)    6  
zimbal
liebe ist bedingungslos, aber stirbt wenn sie nicht erwidert wird.
klar, philosophisch kann man das thema differenzierter betrachten und hat auch recht wenn man der liebe eine universelle qualität zuordnet.
aber: alles kopfgeburten und keiner kann so fühlen und handeln, selbst wenn er der überzeugung ist und stark verkopft ist. ich hab auch das gefühl, dass dieses ding liebe eben nicht erfassbar ist für philosophen, grade für philosophen, und deswegen 'verallgemeinert' wird.
ist ne akademische diskussion. liebe ist ein stechen im herzen, wenn man verliebt ist und das streicheln meines haustieres, oder einfach nur ne gute unterhaltung.
Deuter            
Emperor am 27.03.2005 11:04 (Kommentar)    2    3  
Emperor
@highlnd: Wenn ich jemanden richtig geliebt hätte, würde ich es viel besser beschreiben können als es so beschrieben ist :)


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