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Relige Homo! Eigenwerk
von beato aus der Kategorie Freier Text - Glaube, Religion

Texte
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Erstellt:    17.02.2007 13:15
Geändert: 17.02.2007 16:37
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Papst

Nicht ein Papst ist das Problem, das Papsttum ist es. Schön gezeigt wird dies im Bilde des Abraham mit Sara und der Magd. Die Einehe mit männlicher Dominanz führt immer in Polygamie, zwangsläufig, verdeckt oder offen, je nach dem. Umgekehrt wird es dem Männlichen zu eng im Uterus eines jeden Matriarchats. Ist doch der Impuls des Fortgehens, Trennens, der des Geboren werdens, sowie der des Zeugens jener des wieder Zusammenfindens.
Erst wenn sich beide nicht mehr besitzen wollen, das heisst, die Ausschliesslichkeit durchbrochen (transzendierte Libido, Marcuse) wird, findet der Mensch zu sich. So ist in jeder monotheistischen Motivlage einer Gemeinschaft deren Scheitern begründet. Sie wird alles Andere ersticken und so zum Schluss sich selbst.

Eins, nur zur Klarstellung zwischendrin:

Der Kapitalismus ist eine Vorgangsbeschränkung des Christentums. Dieses nämlich begründet sich in einem Handel: Zugehörigkeit gegen Keuschheit.
Die Kirche redet ja auch vom "Gnadenschatz" den sie zu verteilen hat:
Lieber Gott hilf uns und wir sind dir treu.

Im Prinzip hat Nietzsche diese Tatsache bereits gesehen. Also, was regt man sich auf?
Fast bin ich geneigt zu rufen: zieht den Stecker!
Aber Neo (Matrix, Wachowski Bros.) war ja auch nicht eben erfolgreich, hat er die Matrix doch reloaded (erneuert), nicht beendet, menschenleer. Prophetisch gesehen stimmt die Lösung ja sogar.
Es ist hier und heute niemand mehr fähig hinauszudenken, deswegen wird alles schneller, vor allem der allgemeine Wahn. Durch Reflexion des eben gesehenen Nichtwissens in Medien, Wissenschaft, Politik, Finanzwirtschaft, Juris Prudens und deren gemeinsamer Ursache, der Religion als begründendem Prinzip. Historisch und mythisch. Alles bis jetzt Fraktale. Sehr komplex und geschickt gemacht, aber eben.
Genauso, natürlich, auch wieder deren Wurzel, die jüdische Religion und deren "anderer Zweig" Islam.
Solches muss artikulierbar bleiben, Antisemitismus hin, Antisemitismus her. Deswegen bekämpfen sich die drei auch ständig. Egal in welcher ihrer Unterordnungen, Gattungstechnisch gesehen.
Das hat nichts mit Rassismus oder Antiirgendwas zu tun! Viele Religionen sind Geschwüre, die einfach der Machterhaltung ihrer herrschenden Klasse dienen (Buchtipp: Keine Posaunen vor Jericho, Israel Finkenstein und Neil A. Silberman).
Was dem Christentum zu solcher Effizienz verhalf war die Verschmelzung mit dem Imperium Romanum und dessen Ideen. Es war die Religion zum Handelsnetz. Das hat halt gepasst. Ausserdem war es frivol. Aus römischer Sicht. Wer das Leben selbst zu negieren weiss wird mit Ersatzbefriedigungen schlicht das grösst mögliche Geschäft (Industrie = Fleiss) machen. Macht dem Tiger klar, dass töten Sünde ist und er wird reuig verhungern. Vor vollen Regalen. Ihn derweil auch noch Fronarbeit tun lassen, als Buße, ist der Trick, mit dem sie wuchern, alle Kleriker, egal welcher Ritus.

Raus da! Das ist das Einzige, was helfen wird. Damit meine ich nicht: in den Atheismus hinein, damit das klar ist. Auch nicht in andere Religionen. Es müsste eigentlich eine neue geschaffen werden. Junge Triebe sieht man allenthalben. Man achte aber auf deren Herkunft, sowie die Kreise die sie fördern.
Also wird alles polemisieren oder gar verschwörisieren ebensowenig helfen wie Reförmchen und Revolutiönchen, geschweige denn Technologie oder Wissenschaft.
Vielleicht ein echter Rückschritt. Aber jetzt gehen viele gleich wieder auf mich los, von wegen Mittelalter und so. Na ja. Ich bin eben ein Idealistischer Träumer und kein Spiegler, sorry Herr Augstein.

Besser machen kann man die Welt nur, wenn man's anders macht. Die Schöpfung legt uns das vor. Sie beschimpft sich nicht in sich selbst, sie erneuert sich täglich, stündlich, sekündlich bis hinab in die Welt der Quanten und hianuf in die Welt der Galaxien, wer weiss, vielleicht sogar Universen (Multiversum = Deutsch vielfach gekehrtes, Universum = Deutsch einfach gekehrtes).
Es ging doch um die Frage, wie ist dies möglich, was wir da als Inszenierung gegenwärtig sehen, zu Rom, der ewigen Stadt.

Wir gegen die Andersgläubigen, Andersdenkenden, -lebenden, -farbigen, -redenden …
Binäre Logik sucht grundsätzlich das Vielleicht auszuschliessen und findet sich, egal welchen Weg sie nimmt, in sich selbst, nämlich ihrem Ausgangspunkte wieder. Ausnahmen müssen sie bestätigen.
Oder sie werden als Fehler im System begriffen.
Und sind als solcher auszumerzen. Dem Mythos ist eine derartige Enge fremd. Er wandelt, das ist sein Potenzial. Im Prinzip finden wir hier das Panta Rei der Griechen wieder. Es ver-führt (Baudrillard), wobei das Wohin somit nicht fest ist. Die Ansicht, der Weg sei das Ziel ist der händeringende Versuch der Logik dem beizukommen und dadurch unbefriedigend. Ist doch das Wohin immer das Gewesene, unterwegs liegen gelassene Ankommen. Erinnerung.
Die Annahme, Etwas habe im Irgendwo oder Irgendwann begonnen zeigt sich ja schon sprachlich formal abwegig. Bedingt doch die Hinwendung zum Einen das Verlassen von Etwas, dem Anderen. Hier genau lässt uns die Logik im Stich. Und zeigt uns ihren Ursprung im Schrecken der Analogie der Wandlung. Wobei dieser sich insbesondere darin treu ist, als sie Ordnungen schafft, nicht ihnen folgt. Das ist das theologische Paradoxon an sich. Die Akausalität des Seins.
So gesehen wird der Tod oder das Ende final begreiflich für sich selbst. Ebenso Geburt und Beginn.
Dies in Systeme zu pressen, wie beispielsweise in der Reinkarnationslehre, muss genauso scheitern, wie der Begriff der Ausschliesslichkeit beider im Atheismus. Der eigentlich nur die Kapitulation der Logik vor dem Mythos darstellt. Dem Ja im Womöglich. Hier erscheint eine Form wie das Biblische als halsbrecherischer Husarenritt, welcher von der Anwesenheit von Gegnern lebt und abhängt. Das ist dummes Zeug, liegt deren Faszination doch in der Abgrenzung als Rechtfertigung der im Menschen wohnenden Mordlust, welche weiter nichts ist als eine Unterform des Jagdtriebes und sich natürlicherweise in der Sattheit erschöpft. Zum Selbstzweck erhoben allerdings, wird sie entarten und ist Gier. Der Knecht sucht sich zum Herrn emporzuschwingen um diesen zu knechten. Theologisch verbrämt mit göttlich bestimmtem Freipass. Der grässliche Irrtum des Sohnes auf dem Wege zur eigenen Vaterschaft. Siehe, der unbedingte Machtwille im Monotheismus. Nein, nicht dass es keine anderen Götter gäbe, aber du sollst neben mir keinen anderen anbeten, geschweige denn einem solchen dienen. Hypertrophe Existenzangst eines kleinen unbedeutenden Bergvolkes in den Fährnissen von Machtrangeleien grosser historischer Gezeiten. Deswegen ja auch die schauerliche Vision der absoluten Gleichförmigkeit nach Armageddon. Das Ende der Geschichte (Jean Baudrillard). Ein Einheitsbrei.
Frieden in der Ereignislosigkeit ist keiner, sondern lediglich Stagnation, diese kommt in der Natur glücklicherweise nicht vor. Sie findet immer einen Weg. Sie straft nicht, erlöst aber auch nicht.
Der Zusatz, den das neue Testament als Ausweg aus diesem Dilemma vorschlägt, das Leben nach dem Tode muss als die schlimmste Schimäre bezeichnet werden, der die Menschheit in der bekannten Geschichte aufgesessen ist. Und das Leben davor, mit der Suche nach dem danach zu verbringen, als die grösste mögliche Sünde.
Askese ist nichts weiter als Weigerung. Egal in welcher Variation sie immer angeboten wird. Zumal so auch wieder ein Freipass gesucht wird, die aus eigener Gier erwachsende Bosheit zu rechtfertigen. Auch wenn sie sich gegen einen selbst richtet. Wer Gier enden lassen kann, indem er sich Sattheit gönnt, findet aus dieser Zwickmühle heraus. Das muss Motiv aller Lehren werden. Dann endet Neid im Willen dem Anderen die seine zu ermöglichen und hierin den Ursprung der eigenen Sattheit, also Frieden zu finden. Jeden Tag aufs neue. Wir Menschen sind geboren die Welt zu schaffen, nicht sie zu zerteilen.
Lezteres wird jeweils scheitern, da das Vorhandene niemals dem Zukünftigen genügen kann, ist es doch in dieser Hinsicht Zurückgelassenes. Nicht mehr, wie ich andernorts bereits gezeigt habe (Augenblicke).
Der Kredit ist ein fauler Trick. Alle Schecks die auf die Zukunft ausgestellt werden sind und bleiben grundsätzlich ungedeckt. Im übrigen zeigt sich hier welch ein Schwachsinn dieser „Bund“ mit Gott ist, auf dem die Bibel baut: wenn ihr jetzt brav seid, werdet ihr eine glänzende Zukunft haben.
Ihr werdet in der Vergangenheit, dem Gewesenen, gebunden bleiben müssen auf alle Ewigkeit, seid ihr so doch in der Reflexion von Schuld und Sühne gefangen. Da gibt es natürlich dann nur noch den Ausweg des Sterbens.
Das gilt aber eben für das ganze System, das hierauf gründet, was entsprechenden Schrecken zeugt.

Das, ich bitte sie, ist keine Gottesfurcht, sondern nackte Angst. Theologisch die vollkommene Katastrophe. Das Ende der Schöpfung. Die aber endet nicht.
Eine der scheusslichsten Fehlinterpretationen in der biblischen Schöpfungsgeschichte erhebt hier ihr Haupt. Ein Gott ruht nicht. Er ist. So auch das Leben als Erscheinung des Schaffens von Gegenwart, die wir in so gewordener Welt sinnlich wahrnehmend reflektieren. Mit „wir“ meine ich alles Geschöpf. Damit das klar ist. Ergibt sich unsere Anwesenheit im Jetzt doch im endlichen Sein und das unserer Seele im Werden des Möglichen. Geist ist der Mittler zwischen beiden und mag so, höchstens, vom Wirken der Schöpfung künden, denn diese ist Zukunft. Ihr folgt alles.

15:17 Uhr Heilbronn, 11.04.2005, Das Horoskop muss man sich ansehen.
Uranus am Descendenten. Zwilling am MC und Merkur in 7. Die Verhältnisse Analoger Entitäten in der Gestalt des Wirklichen finden sich im Erschaffen des Lebendigen (Mars Neptun von 7 nach 5) als das variierende Motiv der Umstände aller Möglichkeiten. Analytisch gesehen, Jungfrau am AC. Inklusive aller möglichen Abwege, auf die Geschöpfe geraten können. Pluto aus dem ersten Quadranten in Vier. Voilà, Rhythmus.
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