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Die Hüterin des Feuers Eigenwerk
von beato aus der Kategorie Freier Text - Menschen, Gesellschaft

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Primärverzeichnis von beato
Erstellt:    15.02.2007 09:11 1253 Lesungen, 2.8KB

Die Hüterin des Feuers und ihre heilige Stätte.

Das Weib ist eben nur auch Mutter. Ihre Bestimmung aber ist die Hüterin des Feuers, der Lust, des Ortes, wo es warm ist, wo die Gruppe sich versammelt. Wo sie speist und feiert, wo sie alle ihr Glück und ihren Frieden finden. Und sie ist Königin. Die am Feuer wacht. Leid, Lust, Liebe und Frieden sind sich sehr ähnlich, sie sind alle das Feuer, an dem sie empfängt und allen einen Platz hat. Allen einen Geliebten, dass es so ist, darüber wacht sie, das ist ihr Reich. Sie sorgt dafür dass dies Feuer nie ausgeht, waltet über den Vorräten, sie sorgt dafür, dass genug davon da ist. Sie wird dafür geehrt. Mit Gaben. Diese werden ihr gebracht, in ih-ren Tempel, von all jenen die hier anwesend sind, jeder nach seinen Fähigkeiten. Das ist ihre Art, das ist das Weib. Sie sorgt für die Kinder der Gruppe, gemeinsam mit einigen anderen Weibern, ihren Geliebten, Töchtern und Söhnen. der Rest der Gruppe ist Tags unterwegs beizutragen, was gebraucht wird und notwendig für das Leben ums Feuer. Die Feier wird auf diese Weise nie enden. Denn jeden Abend aufs Neue versammeln sich alle Leute der Sippe um dies eine Feuer in ihrem Tempel um sich nah zu sein. Um diese Mitte der Welt herum wird Leben empfangen und geboren, gehegt und gepflegt, hier wird Leben beschieden und betrauert, gemeinsam hinausgetragen zur Grabstatt! Hier werden Lieder gesungen, der Ahnen gedacht und gestritten, hier wird gebadet und werden Wunden versorgt. Geschichten erfunden und vergessen, den Göttern zu ehren große Feste gegeben. Fremde und Freunde empfangen und bewirtet, Rat gesprochen und gelacht, hier finden alle Tränen Trost! Seht ihr von flammendem tanzendem Licht zuckende Schatten Lebender an den Wänden der Höhle? Hört ihr das Lachen glückseliger Lust? Die Hunde wachen am Lager. Hüten Rinder, Ziegen, Hühner und Schafe. Umstreichen Feuer und Zaun. Sie wissen, Menschen fanden heim. Was davon blieb wollt ihr wissen? Die Küche! Doch, seht, welch armselige Einrichtung ist das geworden! Begreift ihr nun, wie weit entfernt wir sind von dem, was einst menschliches Leben hieß? In grässlichen Schachteln übereinander getürmt, fristen sie vor Fernsehern ein Dasein, allein, jeder für sich in der ahnungsvollen Sehnsucht nach sich selbst? Dazu gibt's Bier und Cola, einen Sack Chips und das allabendliche Gemetzel, ausweglos, sich endlos wiederholend. Sie starren in Dosen, essen und trinken aus ihnen und scheißen in sie! Gefüllt von einer Maschine. Um derentwillen sie sich täglich abmühen sie zu erhalten. Sie verspricht ihnen dafür am Leben zu bleiben, unerkannt, vereinsamt, leere Träume träumend. Verdammt auf ewig, durch den Verzehr von möglichst vielem was sie kaufen müssen, dem Profit ewige Knechte zum Preise der eigenen Art, langsam ihren Willen verlöschen zu lassen.


C by beat oschwald
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