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Die Geschichte von Broscha Eigenwerk
von Professor aus der Kategorie Freier Text - Leben

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Tierfotografie -> Broscha
Das Rattenweibchen Broscha war seit Sommer 2005 bei uns und wurde von mir sehr ins Herz geschlossen und geliebt. Sie ist über 44 Monate alt geworden. Hier findet man ihre Geschichte und Bilder.
Erstellt:    25.08.2006 13:43
Geändert: 24.12.2009 20:33
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Broscha kam zu uns als sie etwa 3 Monate alt war. Ein Mädchen, eine Bekannte meiner Freundin, hat sie uns zur Verpflegung gegeben. Broscha sollte bei uns erstmal 2 Wochen bleiben, da ihre Besitzerin Probleme privater Natur zu lösen hatte. Das Tierchen war von Anfang an sehr schreckhaft. Sie ließ sich nicht aus dem Käfig rausnehmen, sie biss zwar nicht zu, hat sich aber bei jedem Geräusch in ihr Häuschen versteckt. Wollte man sie rausnehmen, so musste man zuerst das Häuschen hochheben und dann die Arme ohne Dach überm Kopf rausziehen. Auch nahm Broscha kein Essen aus der Hand an. Sie schien nicht wirklich gut behandelt zu sein, vielleicht etwas vernachlässigt. Sie saß die meiste Zeit in ihren Haus und kam kaum raus. Ich kannte ihre Besitzerin zwar nur flüchtig, wusste aber, daß sie selbst noch ein Kind und wenig verantwortungsvoll ist.

Ein großes Problem war, daß das Mädchen kaum Geld hatte, und Broscha deswegen nur einen ganz kleinen Käfig, der eher für Hamster gedacht war, mit nur einer Etage hatte, in dem sie weder richtig laufen, noch klettern konnte. Als ich den Zustand der Ratte sah, bestand ich darauf sie zu behalten, weil ihre Besitzerin für sie einfach nicht richtig sorgen konnte und sie mir dermaßen leid tat.

Als erstes bekam Broscha einen neuen Käfig. Ein Käfig für Ratten muss wesentlich höher als breiter sein, damit die Tiere richtig klettern können. Außerdem muss er mehrere Etagen haben, Ratten teilen sich die Etagen immer ein, oben z.B. haben sie ihr Schlafquartier (Ratten schlafen grundsätzlich auf dem höchsten Punkt, dort fühlen sie sich am sichersten) und unten die Vorratskammer. Der Käfig, den Broscha auch jetzt hat, hat 3 Etagen.

Als nächstes bekam Broscha ein zusätzliches Haus, das wesentlich größer als das Alte war. Da sie so ihr altes Häuschen mochte, ließ ich es ihr und stellte das größere Haus auf die unterste Etage. Seitdem lagert dort Broscha ihre Vorräte, sie schläft aber auch manchmal in dem Haus.

Nach etwa einem Monat gewöhnte sich Broscha allmählich an ihre neuen Pfleger, blieb öfter draussen und nahm Essen aus der Hand. Bevor ich im Mai 2006 umgezogen bin, ließ ich sie des öfteren frei in der Wohnung laufen. Anfangs im Flur und im Bad, allerdings biss sie irgendwann das DSL-Kabel durch, so daß ich sie danach nur im Bad laufen ließ. Nager lieben Kabel, und man kann sich ja vorstellen, was passiert wenn sie ein 220V. Kabel durchbeisst. Nach dem Umzug läuft Broscha im Schlafzimmer, auf dem Bett usw. Seit dem Kabelvorfall natürlich unter Aufsicht.

Überhaupt entwickelte sich mit der Zeit eine wunderbare Freundschaft. Broscha kommt zu mir alleine, wenn sie auf die Hände will, spielt gerne Verstecken auf dem Bett und kommt von alleine aus dem Käfig, ohne daß man sie fangen muss. Sie weiss, daß es entweder Essen oder Auslauf für sie bedeutet. Es ist ein sehr kommunikatives Tierchen, leider fehlt ihr ein Partnertier, denn normalerweise hält man Ratten mindestens zuzweit, weil es Gruppentiere sind. So versucht sie sich den fehlenden Partner durch den Mensch zu ersetzen. Wenn sie schläft, hat sie keine Ängste mehr und kann sich vollkommen entspannen. Manchmal liegt sie in ihrer Schaukel drin und lässt nur den Kopf raus und guckt mich fragend an, wenn ins Zimmer komme. Es gibt so viele Situation, die man garnicht beschreiben kann. Ich bin sehr froh, dieses Wesen glücklich zu machen.


[25.08.2006]

Jetzt ist Broscha mittlerweile etwas über 1 Jahr alt, dennoch ist sie sehr fit und rennt sogar mehr als früher, ist sehr aktiv und lebensfreudig. Ratten leben maximal 3 Jahre, vielleicht hat sie jetzt auch ihre beste Zeit.

[28.08.2006]

In den letzten Tagen habe ich Broschas linkes Auge mit Kamillentee abgewaschen. Nach einem kleinen Zwischenfall mit meiner Freundin, wurde vielleicht ihr Auge verletzt, jedenfalls konnte sie eines Tages ihr Auge kaum aufmachen und es war verklebt. Vielleicht ist das auch eine Entzündung, ich versuche jetzt ihr Auge zu spülen und das etwas länger beobachten. Es ist sehr schwer, so ein kleines Tierchen festzuhalten, vor allem wenn man etwas unangenehmes tun möchte. Immerhin lässt sie sich kurz halten und hält still. Ich glaube sie versteht, daß man ihr nichts böses will.

[02.09.2006]

Mittlerweile gehts ihrem Äuglein besser. Ein Besuch beim Tierarzt war nicht nötig.

[10.09.2006]

Gestern nahm ich Broscha am Abend raus, sie lag ganz ruhig in den Händen und liess sich auf den Rücken küssen. Sie liess auch ihren kleinen Kopf und Ohren streicheln.. bestimmt 2 Minuten.. seltene Momente

[14.09.2006]

Heute waren wir beim Arzt, nachdem wir uns übelst verfahren haben. Ich dachte man muss Broscha trotzdem einem Arzt wegen ihrem Auge zeigen, und man hat mich ein wenig dazu überredet :) Jedenfalls hat sie eine leichte Bindenhaut-Entzündung aber keine Tumore im Auge und am Körper. Hat Tropfen bekommen, 5 mal am Tag, mal sehen ob wir das schaffen.

[15.09.2006]

Das Tropfen gestaltet sich ziemlich schwierig, weil es sehr schwer ist Broscha selbst und dazu noch ihren Kopf ruhig zu halten. Irgendwie muss man da den Griff raus haben...

[25.09.2006]

Nach dem Kontrollbesuch konnte Broscha gute Gesundheit bescheinigt werden. Sie wurde sogar mit einem Stethoskop untersucht! Ihren Äuglein geht es auf jeden Fall besser und ein Ausfluß ist nicht mehr zu sehen.

[30.10.2006]

Heute habe ich für Broscha eine neue Kuschelschaukel bestellt. Die alte hat sie schon zu "rattig" bearbeitet. Broscha liegt immernoch ganz viel da drin, ich denke sie wird sich über ein neues kuscheliges Zuhause freuen.

[08.11.2006]

Broscha und ihre Kuschelschaukel. Sofort nach dem ich die neue Schaukel reingehängt habe, hat Broscha sie erstmal erkundet und sofort angenommen. Schon am selben Abend lag sie da drin. Letzter Zeit ist sie des öfteren hyperaktiv, wenn ich sie rauslasse, rennt sie sofort rum. Sie kennt das Zimmer mittlerweile sehr gut und tobt sich dann richtig aus, beisst weiche Sachen an. Sie mag auch in die Hausschuhe, die ich trage, reinzubeissen, vor allem da wo der große Zeh ist. Keine Ahnung, wieso es ihr so gefällt, vielleicht ist der Mief der Schuhe :) Veilleicht braucht sie neue interessante Räume, die sie erkunden kann.

[01.12.2006]

Broscha und der Schuh. Letzte Woche habe ich ein interessantes Verhalten von Broscha beobachtet. Immer wenn ich ins Zimmer reinkomme, weiss Broscha, daß ich es bin, weil sie meinen Gang bzw. die Geräusche kennt. Wenn ich sie laufen lasse, kommt sie daher normal raus oder sie versteckt sich irgendwo. Nun liess ich sie, wie des öfteren, laufen, als ich ins Zimmer kam, und nach ihr suchte, rannte Broscha unter dem Bett raus. Sie lief direkt auf den großen Zeh im Schuh zu, biss kurz zu und verschwand sofort wieder unter dem Bett. Auch wenn so ein Biss durch den Schuh nicht weh tut, ist er dennoch spürbar. Vor allem erschreckt man sich da total. Aber nach dem kurzen Schreck fand ich das so witzig, daß Broscha Schuhe jagt, daß ich zu meiner Freundin sagte, ob sie vielleicht als Katze geboren werden sollen. Ich glaube, daß der "Geruch" der Schuhe, sowie die Neugierde sie dazu veranlasst. Das mit dem Schuh macht Broscha seitdem des öfteren und ich muss immer aufpassen, daß ich sie nicht zufällig trete, wenn sie plötzlich rausrennt.

[01.02.2007]

Broschas neueste Erfindung, das Hinstellen des eigenen Futterschälchens unter den Hintern kann nun auch als eigenes Bild bewundert werden :) Im Frühling dieses Jahres wird Broscha 2, ich wünsche ihr, dass sie noch ganz ganz alt wird und ein erfülltes Leben hat. Es tut mir immer weh, zu lesen, dass irgendwelche Medikante an Ratten getestet wurden und welche schrecklichen Folgen sie verursacht haben. Wortlos.

[03.03.2007]

Heute bekam Broscha einen Herzpunkt für das Bild "Kuku" von Enigma. Sie schrieb mir, daß sie das Tierchen sehr ins Herz geschlossen hat. Ich war sehr glücklich darüber und habe es auch Broscha mitgeteilt :) Ich weiss nicht ob sie das verstanden hat, aber sie ganz auch noch paar leckere Sachen dazu bekommen. Es freut mich sehr, daß ich anderen Menschen Broscha so zeigen kann und sie es verstehen.

[17.03.2007]

Fressnapf - das Paradies für Tierfreunde. Wir haben ganz viele Sachen für Broscha eingekauft, Futter, Einstreu, einen Nagestein und paar Leckerlis. Und dann merke ich heute Abend, daß ihr Auge wieder entzündet ist :( Jetzt ist wieder Tropfen angesagt, und wenn es nicht hilft, dann müssen wir wohl wieder zum Arzt. Ansonsten ist Broscha sehr aktiv, so aktiv, daß es schwer war ihr Auge genau anzuschauen, sie hält kaum still. Außerdem war sie letzter Zeit etwas bissig geworden, deshalb der Stein damit sie etwas zum Nagen hat.

[08.06.2007]

Broscha und Küchentücher. Broscha liebt weiches Papier - es eignet sich wohl gut als Nestmaterial. Gibt man Broscha ein Stück Toilettenpapier oder etwas von der Küchenrolle, dann schleppt sie es sofort in den Käfig. Heute bekam sie ein Blatt Küchenpapier. Normalerweise legt sie es sich in das Häuschen unten rein (Lager). Nicht aber heute, sie tat es mühesam in ihre Kuschelschaukel rein (wo eigentlich kein Platz dafür ist) und nach einigen Stunden legte sich sie sich auch selber rein. Eine sehr witzige Angelegenheit, die Bilder sieht man im Broscha-Ordner.

[06.09.2007]

Immer wartet Broscha auf dem Bett, wenn ich sie abhole, nachdem sie bei uns im Schlafzimmer läuft. Aber woher weiß sie immer, daß sie dort auf mich warten muss? Hört sie die Schritte? Jedenfalls ist sie mittlerweile etwas ruhiger und schmusiger geworden, nicht mehr so hektisch. Sie steckt ihr Köpfchen gerne durch meine Finger, und wenn ich sie an meine Brust halte, ist sie ganz still. Okay manchmal wird sie hyperaktiv und beißt alles an - das ist aber ganz selten. Nächste Woche fahren wir in den Urlaub und Broscha bleibt für 14 Tage alleine. Meiner Mutter wird auf sie aufpassen und ein mal ihren Käfig reinigen und sie jede 2-3 Tage laufen lassen. Ich hoffe das geht gut und Broscha wird nicht krank. Ich glaube wenn sie Menschen um sich hat, fühlt sie sich gut. Schon ein Paar Tage alleine, als wir damals in Marienbad waren, und sie war ziemlich entfremdet. Sie hat sich beim Auslauf immer versteckt und uns nicht so richtig erkannt, Zeichen von Einsamkeit. Hoffentlich kann meine Mutter ihr etwas Gesellschaft leisten.

­[08.10.2007]

­Eigentlich war im Urlaub alles okay. Meine Mutter kam jede 2-3 Tage bei Broscha vorbei und ließ sie laufen, gab ihr neues Futter usw. Es gab aber einen schlimmen Zwischenfall. Eines Tages, es war ungefähr in der Mitte des Urlaubs, rief meine Mutter an und weinte fast. Sie sagte, daß sie vor 2 Tagen vergaß, den Käfig zu schliessen. Broscha war nicht mehr da. Es waren blöderweise auch einige Fenster "gekippt" und sie dachte Broscha wäre weggelaufen oder rausgesprungen. Ich versuchte sie zu beruhigen, war aber natürlich auch sehr traurig. Ganze 2 Tage war Broscha alleine in der ganzen Wohnung. Meine Mutter fand auch keine Spuren von Kot, Essen oder Dingen die angenagt wurden. Sie suchte die ganze Wohnung ab, konnte Broscha aber nirgendwo finden. Sie legte nun Käse aus, in der Hoffnung daß Broscha rauskommen und sich zeigen würde. Aber es passierte garnichts. Wir entschieden, daß sie für 3 Stunden weggeht und dann nochmal kommt, um zu sehen ob der Käse weg ist. Als sie 3 Stunden später mich anrief (das waren wohl die längsten 3 Stunden meines Lebens), meinte sie, daß ein Stückchen Käse fehlt, sie war sich aber nicht sicher. Sie sollte dann noch eine halbe Stunde warten. Als sie mich wieder anrief war sie glücklich - Broscha wurden gefunden. Da es Mittagszeit war, schlief Broscha natürlich. Aber wo? Sie war in unserer Abstellkammer, oben auf einem Regal wo ein Tuch war, mit dem ihr Käfig gereinigt wurde. Der Geruch kam ihr wohl bekannt vor und sie richtete es sich dort ein. Natürlich fiel uns allen der Stein vom Herz. Es hätte auch anders kommen können, aber Broscha war zu schlau und sprang nicht aus dem Fenster oder verletzte sich. Sie hat auch garnichts kaputt gemacht. Die 2 Tage in der ganzen Wohnung waren für sie wohl so, wie für uns 14 Tage auf Malta. Jedenfalls vergaß meine Mutter seitdem nicht, ihren Käfig zu schliessen.
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­Nachdem wir nun seit 2 Wochen zurück sind ist alles wieder ruhig. Broscha ist zutraulich wie sonst. Das habe ich vor allem meiner Mutter zu verdanken. Das Tierchen braucht nämlich menschliche Nähe, sonst vereinsamt es. Als wir mal für 3 Tage in Marienbad waren, war Broscha sehr schreckhaft und nicht mehr so zahm. Gestern habe ich sogar beobachtet, daß Broscha mit 2 Pfoten Milch trinken kann. Davon habe ich ein Bild gemacht und heute etwas dazu geschrieben. Es scheint manchmal so, als würde sie es mehr mögen, auf den Armen zu sein, als in unserem Schlafzimmer rumzulaufen. Das Zimmer müsste sie eigentlich auswendig kennen, da sie nur dort laufen kann - und das wird wohl langweilig.
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­Ach und wir haben den neuen Zeichentrickfilm von Pixxar gesehen - Ratatouille. Für jeden Rattenfreund absolut zu empfehlen, eigentlich der beste Zeichentrickfilm, den ich je gesehen habe, sehr warm mit klarem Gedanken und cineastischen Szenen, schon wie ein richtiger Film. Vielleicht bekommt er ja einen Oscar? Jedenfalls werde ich über den Film noch in meinen Empfehlungen schreiben.
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­­[05.12.2007]
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Eigentlich wollte ich früher schreiben, aber kam nicht dazu. Genia hat eine interessante Sache bei Broscha beobachtet, über die ich schreiben möchte. Vielleicht habe ich bereits früher erwähnt, daß Broscha nachdem sie ihren abendlichen Auslauf im Schlafzimmer hat, des öfteren auf dem Bett wartet, wenn ich reinkomme, um sie abzuholen. Nun haben wir gerätselt, wie sie so schnell dahin kommen kann... Genia war eines Tages im Schlafzimmer lernen, als ich sie spazieren ließ. Und sie hat beobachtet wie Broscha das macht: nachdem sie eine Weile unterwegs war, legt sie sich einfach neben meinem Kissen hin und wartet. Ja richtig - sie wartet. Es ist erstaunlich, weil Ratten normal immer in Bewegung sind, aber sie hat tatsächlich gewartet. Und das ganze 10 Minuten! Sobald ich kam, hörte sie die Schritte und sprang auf. Es ist schon toll, daß Broscha scheinbar gelernt hat, daß sie immer an dieser Stelle abgeholt wird. Ansonsten geht es ihr gut. Sie hat ja auch den roten Teppich bekommen.. den sie einige Zeit unangestatet ließ, bis sie ihn doch zusammengeknotet hat :) Nunja.. so sind Ratten nunmal. Sie bekommt noch einen längeren Teppich, so daß sie obere Etage besser abgedeckt ist. Und vielleicht eine neue Hängematte... die Alte benutzt sie mittlerweile kaum.. ich weiss nicht wieso.. vielleicht weil es Winter ist und es unten kuscheliger ist.. oder zu kalt im Zimmer? Als es warm war, hat sie immer oben gelegen.

­­­­[23.12.2007]
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­Und schon wieder ist ein ganzes Jahr um. Broscha geht es gut. Vor paar Tagen hatte ich das Gefühl es geht ihr nicht so gut. Sie torkelte etwas rum und machte einen leicht apathischen Eindruck. Jetzt ist es wieder vorbei. Vielleicht war sie müde, oder ich habe sie mit meinem Schnupfen angesteckt. Jedenfalls schläft sie wieder gerne in ihrer Schaukel. Wir haben eine neue bestellt, die dürfte nach Neujahr da sein. Mädchenrosa. Wird bestimmt hübsch aussehen. Und ich habe mir ein Rattenbuch gekauft, vor einigen Wochen, von Gisela Bulla. Ein großes Buch mit über 200 Seiten von einer, ich würde schon fast sagen, militanten Rattenliebhaberin. Aber mit vielen interessanten Infos und paar schönen Bildern. Deshalb bin ich letzter Zeit viel am Lesen.. ganz ungewöhnlich für mich :)
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­­­­­[06.02.2008]

­Ich wollte schon länger einige Ereignisse aufschreiben, aber kam ich leider nicht dazu. Als erstes geht es um die fliegende Broscha. Mit ist gelungen Broscha zu fotografieren, als sie von der Komode auf den Nachttisch sprang. Interessant war dabei, daß sie ihren Schwanz dazu benutzt, um sich im Flug eine Richtung zu geben. Das Foto befindet sich hier in meiner Bibliothek. Eine zweite interessante Sache passierte, als ich mal im Zimmer lernte, als Broscha ihren Auslauf hatte. Am Ende war ihr wohl nicht mehr nach rumlaufen und sie kletterte auf den Wäschekorb. Von dort sprang gekonnt sie aufs Bett und rannte zu mir. Ich wollte aber, daß sie etwas länger läuft und setzte sie wieder auf den Boden. Was tat Broscha? Sie rannte wieder zum Wäschekorb, kletterte hoch und sprang wieder aufs Bett. Das ganze wiederholte ich 3 Mal und jedes mal wollte sie zu mir kommen. Es war am Ende so rührend, daß ich sie hochnahm und in ihren Käfig zurückbrachte.
­Aber Broscha kann auch eine Zicke sein. Ein anderes Mal wollte sie unbedingt zu mir. Sie scheute auch nicht, mir kräftig seitlich ins Bein zu beißen um ihrem Wunsch mehr Nachdruck zu verleihen. Manchmal fängt sie auch an, leicht im Bett rumzubeissen, wenn sie zu mir kommt. Normalerweise schmeisse ich sie dann um, wenn sie zu hyperaktiv wird und lege sie auf den Rücken :) Das soll ein Unterwerfungszeichen unter den Ratten sein. Jedenfalls verstehe ich Broschas Wünsche mittlerweile sehr gut.
­Ihr Käfig ist jetzt über 2 Jahre alt, manche Gitter sind bereits durchgerostet, die Farbe ist ab usw. Wir haben entschieden, einen identischen Käfig bei Ebay zu bestellen. Es gab zwar noch einen größeren teuereren Käfig, aber die Ebenen waren nicht schön. Also kommt bald ein neuer frischer Käfig für Broscha ins Haus. Broscha ist aktiv und ihr Fell glänzt schön. Es geht ihr gut und wir hoffen, daß sie noch ein langes Leben haben wird.
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­­­­­­[05.03.2008]
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Heute waren wir mit Broscha bei der Tierärztin. Ich habe gestern bemerkt, dass Broscha komisch läuft. Sie streckte sich immer so merkwürdig und ihre Hinterpfoten blieben dabei stehen. Auch lief sie sehr unsicher. Nach sie sich eingelaufen hat, wurde es besser und so sie lief wie immer im Schlafzimmer rum. Wir beschlossen sie zum Arzt zu bringen. Heute als wir sie rausholten, um sie in die Transportbox zu legen, konnte sie ihre Hinterpfötchen kaum bewegen, so als wären sie gelähmt. Nachdem ich sie hochgehoben habe, war es aber wieder okay. Ich habe bemerkt, dass es immer beim Aufstehen passiert, nachdem sie geschlafen hat. Die Ärztin hat sie untersucht, getastet und ihre Atmung und Herz gehört. Sie sagte, sie kann nichts besonderes feststellen. Da bei Ratten das Herz ca. 300 mal pro Minute schlägt, kann man aber auch schlecht etwas hören. Sie meinte Broscha ist schon sehr alt und die Syptome könnten auf eine Durchblutungsstörung oder Probleme mit den Gelenken hindeuten. Sie gab ihr eine Spritze zum Entkrampfen und gegen Schmerzen. Auch gab sie uns paar Tabletten um die Durchblutung zu verbessern, Vitamine und eine Flüssigkeit falls Broscha Schmerzen oder Krämpfe haben sollte. Ich glaube dass etwas mit dem Kreislauf nicht stimmt, denn ein Gelenkeproblem wäre schleichend und nicht plötzlich aufgetreten. Wir haben sofort nachedm wir wieder zuhause waren, ein korngrosses Stück der Tablette (die eigentlich für Hunde ist, aber wir sie zerkleinert haben) Broscha gegeben. Ich hoffe Broscha wird sich stabilisieren. Es hat unheimlich wehgetan, sie zu sehen, als sie ihre Pfötchen nicht bewegen konnte. Sie isst aber noch normal und trinkt auch. Ihre Nieren sind etwas vergrößert, aber sie hat keine tastbaren Tumore, und ich denke auch nicht, dass sie in ihrem Alter welche haben könnte. Wir müssen einfach schauen... und das Beste hoffen, dass Broscha und noch lange erhalten bleiben wird.. ich habe doch gelesen, dass Ratten manchmal 7 Jahre alt werden können...

­­­­­­­­­­­­[08.03.2008]
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Gestern waren wir bei einer anderen Tierärztin. Der Grund: Gigiraff hat herausgefunden, dass ältere Ratten des öfteren die sogenannte Hinterhandlähmung haben. Woher diese kommt, weiß so richtig keiner. Es gibt wohl viele Gründe, angefangen bei Muskelschwäche und Nervenproblemen bis zur Entzündungen. Die erste Ärztin hat das aber mit keinem Wort erwähnt. Deshalb haben wir uns entschieden, Broscha noch einer Ärztin zu zeigen. Die Tabletten haben wir ihr auch gegeben. Diese Erscheinung, als sie ihre Pfötchen nachgezogen hat, haben wir seid dem nicht beobachtet. Sie ist aber schon merklich schwächer geworden, man sieht es wenn sie klettert. Sie ist nicht mehr so sicher und man sieht schon, dass sie wenig Kraft in den Pfoten hat. Jedenfalls haben wir herausgelesen, dass hohe Dosen von Vitamin B helfen können. Die "neue" Ärztin hat das auch gesagt. Sie sagte, daß sie nie eine so fite Ratte wie Broscha in ihrem Alter gesehen hat. Broscha liess sich aber nicht aus der Transportbox herausnehmen und piepste. Nunja daraufhin habe ich sie rausgenommen, aber so richtig untersucht hat die Ärztin sie nicht, sondern sprach eher mit uns. Broscha legte sich bei Genia einfach auf den Kragen der Jacke vorne und lag da ruhig rum. Schade, daß ich keine Fotokamera dabei gehabt habe - sowas haben wir auch noch nie gesehen. Jedenfalls meinte Sie, daß Vitamin B gut sei. Außerdem gab sie uns noch eine Flüssigkeit für Knochen und Gelenke, falls die Ursachen davon kommen könnten. Wir fuhren dann nach Hause. Die Ärztin war wirklich sehr nett. Als wir ankamen, versuchte ich diesen Vitamin-B Komplex zu besorgen, fand das aber nirgends. Im Internet gibt es nur einen Shop, der Vitamin-B Komplex von beapham verkauft. Dort habe ich nun bestellt. Mal sehen ob der Shop das überhaupt auf Lager hat. Sonst habe ich heute in der Apotheke nochmal gefragt, sie haben nur Ampullen für Menschen. Notfalls würde es gehen... aber Vitamin-B Komplex für Tiere wäre natürlich besser. Jedenfalls warte ich erstmal, ob die Bestellung durchgeht. Bis dahin bekommt Broscha das Multivitamin Präparat von der ersten Ärztin als Ausgleich. Das enthält ebenfalls Vitamin B, allerdings kann ich das nicht so hoch dosieren, weil da auch andere Vitamine drin sind.
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­Am Donnerstag fahren wir in den Urlaub, meine Mutter wird auf Broscha aufpassen müssen. Sie wird ihr dann wohl paar Mal die Tablettenkörner in sauerer Sahne geben und sie paar mal laufen lassen. Sooo lange fahren wir auch nicht weg, ich mache mir da eigentlich keine Sorgen.

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­[26.03.2008]
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­Wir sind schon lange aus dem Urlaub. Es ging alles gut, Broscha war im Zimmer und konnte jeden zweiten Tag ständig dort laufen. Wir hatten den Käfig so hingestellt, daß sie direkt aufs Bett konnte. Meine Mutter kam jeden Tag vorbei und gab ihr Tabletten. Seitdem das so gut lief mit dem Schlafzimmerlaufen lasse ich ihren Käfig jetzt den ganzen Tag im Schlafzimmer stehen und bringe ihn nur nachts wieder in das Wohnzimmer. So kann sie, wenn sie will, morgens und abends im Schlafzimmer etwas rumlaufen - sie schläft den ganzen Tag ja sonst. Es ist nicht viel, aber etwas Auslauf, den sie so dringend braucht, denn abends kann ich mich nicht immer stundenlang mit ihr beschäftigen. Die Tabletten Karsivan bekommt sie morgens und abends und ich denke sie haben eine positive Wirkung auf sie. Sie ist lebendiger und bewegt ihre Hinterpfötchen besser, auch wenn sie öfter kalt sind. Ok an manchen Tagen merkt man, dass es ihr nicht so gut, aber an anderen rennt sie so schnell als wäre sie gerade ein halbes Jahr alt. Meine Mutter sagte, es ist wohl so wie bei alten Menschen, ihr Zustand schwankt. Jedenfalls kamem nun endlich auch die lang ersehnten Vitamin-B Tropfen. Hat 10 Tage gedauert und ich musste den Verkäufer anschreiben. Ich gebe ihr die 10x Tropfen jeden zweiten Tag. Die Dosierung ist schon recht hoch, zumal in ihrem Futter auch Vitamin-B-Komplex drin ist. Ich denke das ist momentan ok so, solange es sich nicht veschlechtert. Zuviele Vitamine schaden nur und belasten ihre Nieren. Man könnte es verstärken, falls notwendig könnte man auch im Laufe des Tages mehrmals Tropfen geben und das jeden Tag.
­Als ich zurück kam, bat ich miekla, einen Künstler hier bei IRCLOVE, der sehr schöne Tierzeichungen macht, Broscha zu zeichnen. Es kam ein sehr hübschen Bild raus und heute stellte er noch 2 neue rein. Sie sind in der Bibliothek zu finden. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er Broscha auf diese Weise verewigt hat, denn sie ist ein ganz besonderes liebes Tierchen. Nachdem ihr Käfig jetzt an das Bett angelehnt ist, kann sie ja jederzeit rausgehen. Trotzdem rennt sie oft an die Stelle wo ich sie früher abgeholt habe und sitzt dort, sogar wenn ich im Zimmer bin. Sie hat sich gemerkt, dass man dann mit ihr kuschelt und ihr was leckeres gibt und das ist richtig rührend zu sehen, wie sie dort an ihrem alten Platz sitzt und wartet. Es gibt auch Momente, wo man sie in den Händen "umkuschelt", ihr eine Art Nest anbietet in dem aus dunkel ist und sie wird ganz ruhig... es ist richtig schön, denn Ratten sind seltenst ruhig vor allem Broscha ist sehr aktiv :)
­Heute hat mir owlet erzählt, dass Broscha in ihrer Schaukel mit dem Popo zum Ausgang schlief und ihre Nase durch das Loch steckt, dass sie öfter in ihre Kuschelschaukeln rein macht (auf der gegenüber liegenden Seite). Ich werde später weiter berichten... 

­­­­­­­­­­­­­­[01.04.2008]
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Leider ist es mit den Pfötchen in den letzten Tagen schlimmer geworden. Man sieht deutlich eine Gangänderung bei ihr, außerdem sieht man oft daß sie keine Kraft mehr in den Pfötchen hat, so kann sie kaum noch am Gitter klettern, vor allem kommt sie schwer runter, weil ihre Hinterpfoten versagen. Auch wenn sie von den Bretterebenen runterspringt, "rutscht" sie schon manchmal an dem weichen Kissen unten ab. Es tut mir weh das zu sehen. Das Aufrichten und in der Luft schnuppern klappt noch, man sieht aber, daß es ihr Mühe macht. Ob sie dabei Schmerzen hat, ist schwer zu sagen. Sie isst normal und bekommt alle Medikamente, (2x täglich Karsivan, jeden 2ten Tag Vitamin-B Komplex). Zusätzlich gab ich ihr gestern noch das Traumeel von der Tierärztin ins Trinkfläschen und die Schmerzmittel-Mischung in Joghurt. Trotzdem haben sich die Symptome ziemlich schnell verschlimmert. Man muss wohl jetzt damit rechnen, daß sie ihre Hinterpfötchen irgendwann nicht mehr bewegen kann. Ich werde diese Woche nach dem Veloursteppich für die Rampen suchen, die Gigiraffs Mann für Broscha gemacht hat - sie wird sie wohl bald brauchen.
­´(
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­­­­­­­­­­­­­­­[11.04.2008]

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Habe ich schon erzählt, daß Broscha mich in ihren Rudel aufgenommen hat? Eines Tages, das war vor etwa 1 Monat, kam sie zu mir, als ich im Bett lag und legte sich bei mir auf die Brust. Ich streichelte sie etwas, und als sie aufstand, war ein kleiner Fleck auf meinem Pulli - Ratten markieren ihre Rudelmitglieder mit Urin. Aber das nur am Rande. Die letzten Tage waren sehr aufschlussreich... Broscha wird ruhiger ... und schmusiger, sie kuschelt, fast schon wie eine Katze. Heute kam sie mehrmals zu mir ins Bett und hat sich einfach streicheln lassen, sie ist ganz ruhig und kann ruhig liegen und als sie an der Bettkante (Abholplatz) stand, da streichelte ich sie hinter den Ohren und sie knisterte ganz laut mit den Zähnen - ein Zeichen daß man sich sehr wohl fühlt. Ich streichelte sie etwa 5min. Sie saß da, ganz regungslos. Sie leckt sehr oft und sehr viel die Hände ab. Nicht nur von mir, auch die von Zhenja. Ich weiss nicht wie ich das beschreiben soll ... sie weiss immer was ich denke bzw. mit ihr mache... z.B. wenn sie runter will (vom Bett auf Boden) und ich sie nehme, weiss sie, daß ich sie auf den Boden setzen werde um ihr zu helfen. Es ist so als gäbe es eine neue Ebene des Verständnisses, zwischen mir und ihr. Ihr Auge musste ich heute tropfen, es ist wieder entzündet. Und sie hat so komische Flecken am Schwanz.. die sehen wie Blutergüsse aus, möglicherweise kommt das von Karsivan und wenn sie sich auf ihren Schwanz legt, was sie öfter tut, dann entstehen diese, wie sie bei Menschen die z.B. Markomar nehmen, entstehen. Ich werde ihre Dosis in den nächsten Tagen verringern. Ihre Pfoten zieht sie nach, sie streckt sich gelegentlich, aber sie kann noch recht gut laufen.
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­[14.04.2008]
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­Heute morgen ist Broscha seit langem wieder auf die Kommode geklettert, wie in diesem älteren Bild gezeigt. Das hat sie schon eine ganze Weile nicht mehr gemacht. Ich glaube es geht ihr ganz gut momentan, sie ist sehr lebendig, gestern lief sie sehr viel herum, im Zimmer und dann etwas draussen im Flur. Ins grosse Wohnzimmer lasse ich sie nicht gerne rein, weil sie sich dort gerne versteckt oder paar Kabel anknabbert, und dort gibt es viele Kabel. Gestern bekam sie auch eine Banane auf dem Bett, da hätte sie gerne die halbe Banane mitgenommen. Ich hielt sie dann fest und sie aß gierig davon. Ihre Äuglein sind wieder etwas entzündet, sie bekam die letzten Tage Tropfen. Ich vermute das könnte davon kommen, daß sie sich schlechter/ungenauer putzen kann und manchmal ihr Auge mit den Krallen trifft, und dort Infektion reinkommt. Aber die Tropfen wirken normal ganz gut bei ihr.
­Überhaupt Broscha ist wie ein Hündchen. Sie läuft hinterher. Sie kommt jetzt auf Zuruf und erkennt ihren Namen, das habe ich ihr angewöhnt. Das geht ganz schnell, man sagt einfach immer ihren Namen wenn es essen gibt oder streicheln und nach 2 Wochen kennt sie ihn bzw. den Klang :) Manchmal rennt sie im Flur und dann komme ich, sie hört Schritte aber weiss nicht wer da ist, da erstarrt sie so, dann sage ich ihren Namen und schon kommt sie an. Ratten erkennen Menschen wohl auch sehr gut an der Stimme.

­­­[27.06.2008]
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Wieder ist es lange her, als ich letztes mal geschrieben habe. Leider habe ich gerade wegen der Uni so wenig Zeit, daß ich mich auch selten mit Broscha beschäftigen kann. Es gibt aber einiges zu berichten. Zum einen gab es zwei Unfälle in den letzten Monaten, die owlet verursacht hat. Einmal putzte sie den Käfig und Broscha klemmte sich wohl irgendwie ihre mittlerweile schwer beweglichen Hinterpfötchen ein. Ich war nicht dabei und konnte es nicht sehen aber sie schrie ganz laut und hatte sehr grosse Schmerzen. Sie konnte sich dann wieder befreien. Ein anderen Mal klemmte owlet sie fast mit der Tür ein, als sie unsere Schlafzimmer unaufmerksam zumachte. Ich will mir nicht ausmalen, was alles hätte passieren können. Wie meine Reaktion darauf war, kann sich wohl leicht vorstellen. Broscha hat sich aber nicht verletzt, hatte vielleicht eine Dehnung aber sonst keine Anzeichen, gott sei dank. Ich will mir nicht vorstellen, was für wahnsinnige Schmerzen das Tierchen gehabt hat, denn Ratten sind sehr tapfer und schreien nie, nur wenn es ganz ganz eng wird, wie die meisten Tiere, denn Schreien ist ein Zeichen von Schwäche. Es wird nun strengstens aufgepasst, wenn die Tür aufgemacht wird, ob Broscha in der Nähe ist. Und der Käfig wird unser meiner Aufsicht gereinigt. (ich kann den Käfig wegen Allergie nicht gut selber reinigen). Es gibt aber auch gutes zu berichten. Dem Tierchen geht es einigermaßen gut, und es ist so lieb, daß es uns gleich die schlimmen Schmerzen verziehen hat. Sie zieht ihre Hinterpfötchen nach, und ihr Hinterteil hält sich nur noch schwer, meinstens liegt sie so zur Hälfte. Sie kann aber auch rum rennen. Sie bekommt weiter Medikamente, obwohl ich die Dosis von Karsivan auf 1x am Tag reduziert habe, da sie oft Blutergüsse am Schwanz hatte. Es scheint jetzt besser zu funktionieren. Des weiteren kriegt sie weiter Vitamine und ich habe ihr 2 Wochen lang Traumeel ins Wasser gegeben. Ob das eine Erleichterung für sie war oder irgendwas gebracht hat, kann ich schwer beurteilen. Sie schläft sehr viel, abends kann sie sich im Zimmer austoben, obwohl sie natürlich wesentlich weniger als früher läuft. Klettern kann sie garnicht mehr so richtig, weil ihre Hinterpfötchen zu schwach sind. Außerdem hat sie dadurch sehr lange Krallen hinten bekommen, die wir demnächst versuchen zu schneiden - eine Zumutung für das Tierchen aber was sein muss, muss sein, sonst verletzt sie sich selber mit ihren langen Krallen. Ach und Broscha ist sehr "schmusig" geworden, sie leckt leidenschaftlich meine und gelegentlich owlets Hände ab. Das macht sie minutenlang und lässt sich dabei streicheln. Sie leckt die Hände sehr gründlich ab und macht dabei die Augen manchmal zu. Ich glaube das muss Liebe sein :) Manchmal kommt sie auch und legt sich auf den Schoss und dann kraule ich sie hinter den Ohren und streichele sie. Sie kann so ganz ruhig 10 Minuten liegen bleiben.

­­­­[15.08.2008]

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Es gibt wieder einiges zu berichten. Eigentlich geht es Broscha gut. Es gibt aber leider auch schlechte Nachrichten. Broschas Hinterpfötchenkrankheit schreitet langsam voran. Sie kann ihre Pfoten immer schlechter bewegen. Beim Laufen watschelt sie stark und ihre Pfötchen gehen auseinander. Sie kann aber noch einigermaßen schnell laufen. Klettern ist allerdings kaum noch möglich. Sie klettert noch regelmäßig auf die Rampen in ihrem Käfig und springt dort geschickt runter indem sie ihren Schwanz statt ihre Hinterpfoten zum Abbremsen benutzt. Sie schläft mittlerweile sehr viel, von früh morgens bis abends verbringt Broscha die Zeit meistens unter dem Bett in ihrer Tasche und schläft. Manchmal geht sie zum Pipimachen oder Essen holen raus. Ihr hohes Alter merkt man ihr leider schon an. Das Problem der HHL ist auch, daß Broscha ihre Hinterpfoten kaum zum Kratzen/Saubermachen verwenden kann. Dadurch werden ihre Krallen dort immer länger. Sie zu schneiden ist viel Aufwand und Stress für sie, außerdem gehen die Blutgefäße in den Krallen weit noch vorne, so daß man sehr aufpassen muss. Nachdem ich paar mal versucht habe sie zu schneiden, haben wir entschieden es vorübergehend sein zu lassen. Allerdings kann sie auf dem Bett jetzt nur unter Aufsicht laufen, weil ihre Krallen sich oft im Spannbettlacken verfangen und sie dadurch stecken bleibt. Man muss sie dann immer befreit und die Momente wo sie versucht sich loszureissen tun im Herzen weh. Sie versteht nicht warum sie auf einmal nicht weiterkommt. Auf dem Laminatboden kann sie dagegen problemlos laufen, auch auf den Rampenteppich und Hanfteppichen auf den Ebenen. Da sie mittags mittlerweile eh nur schläft, kriegt sie nur Abends unter Aufsicht Ausgang auf dem Bett.
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­Heute morgen ist mir auf der linken Seite ihres Bauchs eine Beule aufgefallen. Wir tasteten sie ab und denken bemerkt zu haben, daß dort eine Beule ist. Sie müsste ungefähr Kirsch- oder Pflaumenkern gross sein. Möglicherweise ist das ein Tumor oder ein Lipom. Wahrscheinlich muss sie zum Tierarzt und das sollte untersucht werden. Falls eine Operation ansteht werde ich gründlich darüber nachdenken, denn Broscha ist fast 3,5 Jahre alt. Ob sie eine Operation überstehen kann ist ungewiss. Nach dem Tod meines Opas vor 1 Woche kommt nun das - wie man so schön sagt kommt ein Unglück selten allein. Obwohl ich damit gerechnet habe und mich innerlich auf sowas vorbereite (bei mir kommt sowas im Leben dauernd vor), geht es mir momentan nicht gut. Ich werde weiter berichten, sobald etwas es etwas Neues gibt.
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­­­­­[22.08.2008]

­Gestern waren wir mit Broscha beim Arzt. Ich war früher in ein paar Rattenforen und habe mir ein paar Empfehlungen von Tierärzten zukommen lassen. Dabei war auch eine Tierklinik in Obertshausen und nach langer Überlegung dachte ich, daß die Ärzte in einer Tierklinik größere Erfahrung mit chirurgischen Eingriffe und bessere Geräte haben, als ein normaler Tierarzt. Und so habe ich einen Termin für gestern ausgemacht. Als wir ankamen habe ich bereits bemerkt, daß die Arzthelferinen am Empfang nicht besonders freundlich waren. Dann wurden wir gerufen und die Tierärztin hat sich Broscha angeschaut und sie untersucht. Sie hat sie lange abgetastet, vor allem die Beule und meinte, daß es 95% ein Tumor ist. Man könnte zwar eine Gewebeprobe entnehmen, aber es würde nicht wirklich viel Sinn machen weil solche Tumore eh entfernt werden müssen. Nun sollten wir entscheiden, ob das Tierchen operiert werden soll oder man es so lassen soll. Es gäbe allerdings viele Gefahren in ihrem Alter, die mit Narkose verbunden sind und außerdem könnte ihre Hinterhandlähmung noch Probeleme machen. Sie meinte in dem Alter würden die Chancen 50/50 stehen und wenn das ihre Ratte wäre würde sie das nicht mehr tun. Richtig etwas neues hat sie uns leider nicht erzählt. Ich meinte dann, daß ich eine Methode kenne, bei der man den Tumor mit Tarantula Gift umspritzt (das ist ein homöopathisches Mittel) um den Tumor abzukapseln und das Wachstum zu bremsen. Sie meinte dann, daß sie keine Erfahrung damit hat und sie hätten gar kein Tarantula da - ich sollte mir einen Arzt suchen, der das macht.
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­Also fuhren wir nach Hause. Und haben überlegt paar Ärzte anzurufen und einen Termin zu machen. Broscha kam derweil zurück in den Käfig. Überhaupt hat sie sich während der Fahrt ruhig verhalten, lag meist in ihrer Transport-Box. Wir haben mit ihr gesprochen und sie beruhigt. Sie war auch während der Untersuchung sehr lieb. Ich habe dann doch die Frau Bergmann angerufen, bei der wir mit Broscha schonmal waren - sie war sehr gut zu ihr. Die Sprechstundenhelferin meinte, daß sie es versuchen wird mit Tarantula also nahmen wir Broscha wieder aus dem Käfig und fuhren damit. Aber es gab ein Problem. Wenn Broscha um die Uhrzeit im Käfig ist, geht sie nicht freiwillig raus und sie aus dem Käfig zu holen ohne ihr wehzutun ist praktisch unmöglich. Eine Notlösung musste her - es gibt eine Sache, die Broscha über alles liebt: geräuchterter Lachs. Er riecht sehr intensiv und so nahm ich die ganze Packung, öffnete sie vor dem Käfig und schon kam das Tierchen heraus. Schnell geschnapps, ein kleines Stückchen Lachs gegeben und ab in die Transportbox.
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­Die Tierärtzin hat sich Broscha nochmal angeschaut und meinte, daß eine OP sich nicht wirklich lohnen würde. Sie konnte sich an das Tierchen noch erinnern und fand sie sehr süß. Die Risiken wären gross sagte sie und es kommt drauf an wie schnell der Tumor wächst. Sie hat Broscha dann 3 Spritzen gegeben udn zwar nicht direkt in den Tumor sondern drumherum. Broscha hat das ganze natürlich nicht wirklich gefallen, es tat schon weh und sie hat etwas gepiepst. Ich hielt sie fest und streichtelte ihr Köpfchen um sie zu beruhigen. Nach paar Sekunden war die Qual schon vorbei. Sie gab mir noch eine Spritze mit Tarantula und meinte ich soll ihr 0,5ml täglich oral geben. Am besten wäre eine Gabe ohne das Mittel zu vermischen, weil die homöopathischen Mittel so gedacht sind, daß sie alleine gegeben werden sollten. Wir fuhren dann nach Hause. Ich dachte das Tierchen wird dann die ganze Nacht durchschlafen, aber nein, sie war dann um 21 Uhr munter, ist rumgelaufen, hat geschmust und machte einen allgemein aktiven Eindruck. Die Ärztin meinte, Broschas 3,5 Jahre wären schon Methusalem - "eine tolle Pflege". Natürlich war das angenehm solche Komplimente zu hören :)
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­Heute morgen war Broscha kurz wach und ich dachte, ich könnte ja probieren ihr das Tarantula direkt ins Mündchen zu geben. Aussichtslos dachte ich, als Broscha dann die Spritze bekam (die Spritze ist ohne Nadel natürlich), hat sie irgendwie versucht daran rumzubeissen und nahm sie in den Mund, dann habe ich einfach etwas rausgedrückt. Das Mittel hat ihr anscheinend so geschmeckt, daß sie mehr wollte. Sie hat versucht damit, wie mit ihrem Trinkfläschen umzugehen (dabei drückt sie ihr Züngchen gegen eien Kugel). Ganz problemlos hat sie dann ihre 0,5ml bekommen.
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­Ich werde weiter berichten, ob irgendwelche positiven Veränderungen am Tumor zu beobachten sind. In einer Woche gehen wir zur Kontrolle wieder zu der Tierärztin.

­­­­­­­[25.08.2008]

­Heute war der 4te Tag seitdem Broscha bei der Tierärztin war und Tarantula bekommt. Es scheint ihr wirklich sehr zu schmecken, sie versucht immer die die Spitze der Spritze abzubeissen. Leider zeigen sich bisher keine Ergebnisse. Der Tumor ist deutlich zu sehen. Die letzten Tage ging es Broscha ganz gut, aber vorgestern und gestern ging es nicht so toll, glaube ich, obwohl sie da zum ersten Mal Metacam bekam. Sie hat viel geschlafen und war nicht so aktiv. Zusammenhängend mit ihrer HHL hat sie ein Problem, das Essen in den Vorderpfötchen zu halten. Normalerweise essen Nager immer so, indem sie sich auf die Hinterpfoten stellen und mit den Vorderpfoten das Essen halten und daran knabbern. Die Kraft in Broschas Hinterpfoten reicht wohl nicht mehr aus, um sich so aufzurichten. Deshalb kann sie das essen schwerer halten, aber sie passt sich an, indem sie sich irgendwo anlehnt und "vom Boden" isst und das Essen mit den Vorderpfötchen festhält. Ich glaube das Problem hat sie schon einige Monate, ich habe bemerkt, daß sie nicht mehr so aktiv rumknabbert, und dachte eine Weile, daß irgendwas mit ihren Zähnen ist, aber jetzt ist mir das klar geworden.
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­­­­­­­­[28.08.2008]
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Heute waren wir zur Überprüfung wieder bei der Tierärztin. Sie meinte sie findet nicht, daß der Tumor wesentlich größer geworden ist. Er wäre immernoch recht weich. Vielleicht wollte sie mich auch beruhigen weil sie gesehen hat, wie sehr das Tierchen geliebt wird. Jedenfalls bekam Broscha wieder eine Spritze, diesmal vollkommen problemlos ohne piepsen und sonstigem. Danach meinte ich noch, daß ihre Krallen ziemlich lang wären. Frau Bergmann (TA) hat sie dann schnell geschnitten und ich habe Broscha festgehalten. Es ging sehr gut und Broscha wurde nicht verletzt, das hätten wir alleine so nie hingekriegt, weil wir uns da auch nicht richtig trauen und Angst haben sie zu verletzen. Ach und morgen machen wir einen Kurzurlaub und Broscha wird mitfahren. Wir haben die Ärztin gefragt, sie meinte solange es für sie nicht so stressig ist, kann man das machen. Das Hotel hat auch nichts dagegen. Die Fahrt dauert zwar 2,5h aber Broscha legt sich meistens hin und schläft (zumindest bei den kurzen Fahrten). Wir denken, daß es bei der längeren Fahrt nicht anders sein wird. Natürlich kommt ihr Käfig mit, und sie wird (heimlich :) dort Auslauf haben, aber fahren wird sie wahrscheinlich in der kleinen Transportbox. Dort kann sie nicht verletzt werden, wenn man bremsen muss und wird halt allgemein nicht so stark hin und her geschmissen. Ihre Zähne hat sie sich auch angeschaut, ich habe sie zum ersten Mal auch richtig gesehen, sie gehen irgendwie ein wenig auseinander. Stört sie aber scheinbar nicht beim Knabbern. Sie wird jetzt weiterhin Tarantula bekommen, bis Ende der Woche täglich und dann jeweils jeden zweiten Tag.
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­Im Übrigen zeigt Metacam Wirkung. Sie läuft merklich leichter und besser, obwohl ihre Pfötchenhaltung nicht besser wird, fällt ihr das Laufen leichter. Meloxicam nimmt bekannterweise die Entzündung weg und natürlich die Schmerzen, was der Grund dafür sein wird. Sie wird weiterhin 4x Tropfen am Tag entsprechend 0,68mg Meloxicam (das sind etwa 2mg/kg) bekommen. Vielleicht werde ich die Dosis in ein paar Tagen verringern. Ich hoffe auch auf paar schöne Bilder und Videos aus dem Urlaub :)
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­[01.09.2008]

­Gestern kamen wir zurück aus dem Kurzurlaub. Es lief leider nicht alles so glatt. Broscha hat die Hinfahrt am Freitag in der Transportbox verbraucht. Obwohl sie die ganze Zeit bei Genia auf dem Schoss war und sich hingelegt hat, konnte sie nicht einschlafen. Das Zimmer, das wir im Hotel hatten, hatte zwei Etagen. Das Schlafzimmer war oben, Broschas Käfig stand dann unten im "Wohnzimmer". Irgendwie schien sie dann sehr müde, hatte dann eigentlich komplett durchgeschlafen und hat wenig gegessen. Blöderweise haben wir ihr Futter vergessen und mussten ein billiges Vitakraft-Futter in Obi kaufen. Am Samstag lief sie irgendwie sehr schlecht, ich glaube da ging es ihr nicht besonders gut. Die Fahrt war doch schon recht ermüdend für sie. Abends lief sie dann aber wieder besser und erkundete das Zimmer. Gegessen hat sie allerdings wenig. Ich habe dann überlegt, sie auf der Rückfahrt im Käfig zu belassen und Genia ans Steuer zu setzen. Selber saß ich neben dem Käfig hinten. Es war die richtige Entscheidung, denn Broscha hat die Fahrt meist auf der untersten Käfigetage im Häuschen verbracht. Nachdem wir wieder da waren, ging sie als erstes sofort raus und überprüfte das Zimmer und natürlich ganz wichtig ihr Täschchen. Sie lief dann mehrmals am Tag rum und machte sonst einen wesentlich besseren Eindruck als bei der Hinfahrt. Ich habe auch ein paar Bilder gemacht, allerdings sind die wenigsten gut geworden, weil es schwer ist Broscha beim Laufen zu fotografieren. Ich muss demnächst beobachten, ob Broscha wieder ordentlich ihr Futter isst, bisher haben (hoffentlich) die Reisestrapazen ihr den Appetit verdorben.
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­­[22.09.2008]

­Nun was ist in der letzten Zeit bei Broscha passiert? Gegessen hat sie dann wieder mehr bzw. normal. Sie isst allgemein recht wenig im Vergleich zu früher. Ich war zwischendurch bei der Ärztin und habe noch 2 Spritzen Tarantula geholt. Broscha bekommt das jetzt jeden zweiten Tag am Morgen. Ansonsten gibt es zu berichten, daß ihr Gang immer schlechter wird und ihr das laufen immer schwerer fällt. Ihre Flanken sehen ziemlich eingefallen aus was auf einen deutlichen Muskelschwund in der Gegend der Hinterpfötchen schliessen lässt. Und sie fällt beim Laufen immer auf die rechte Seite. Ich werde noch ein Video einstellen, auf dem man das recht deutlich sieht. Ich denke das hat auch mit den Veränderungen in ihrer Wirbelsäule zu tun. Von positiver Seite gibt es zu berichten, daß es sich mit Broscha wunderbar kuscheln lässt :) (was ich auch jeden Tag tue). Sie legt ihren Kopf einfach auf die Hand und lässt sich minutenlang streicheln. Allgemein verhält sie sich sehr tapfer und lieb. Sorgen macht mir die letzten Tage die Tatsache, daß sie ihre Milch nicht austrinkt. In der Milch löse ich das Metacam und die B-Vitamine. Ich vermute die Kante ist für sie zu hoch und sie kann ihren Kopf nicht mehr so beugen wie früher. Ich werde heute neue Futterschalen mit niedriger Kante kaufen. Allgemein fällt es ihr schwer, das Futter in den Vorderpfötchen zu halten, weil sie sich nicht mehr richtig nagerartig hinsetzen kann (wegen HHL). Deshalb nimmt sie das Futter manchmal mit einer Pfote und mit der anderen steht sie auf dem Boden. Manchmal kommt es gar dazu, daß Ratten das Futter nicht selbständig halten können, in dem Fall sollten sie Babybrei und ähnliches bekommen was sie ablecken können. Ich werde diese Sache genau beobachten. Ich kann nicht sagen, daß es mir einfach fällt das alles bei ihr zu sehen. Irgendwie kann man das auch nicht richtig verdrängen und denkt immer wieder da dran und wünscht sich daß das Tierchen noch lange durchhalten kann. Ihre Beule ist vermutlich angewachsen allerdings ist dieser Prozess langsam.
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­­­[25.09.2008]

­Die Beziehung mit Broscha ist wirklich sehr innig. Fast jeden Tag wird gekuschelt, das Tierchen kommt alleine raus und möchte Aufmerksamkeit. Und sie zeigt ihre Liebe indem sie unsere Hände ableckt :) Früher war das nicht der Fall, daß ich so viel Zeit mit ihr verbracht habe. Eben kam sie mittags raus (was selten ist, denn mittags schläft sie meistens) und ich habe sie etwas gestreichelt. Als ich sie dann aufs Bett gesetzt habe, hat sie sich einfach unter meinen Pulli gelegt und hat einfach mit den Zähnen geklappert. Das tut sie immer wenn sie sich wohl fühlt und glücklich ist. Immer wenn ich sie hinter den Öhrchen streichle fängt sie irgendwann an mit den Zähnen zu klappern. Es gibt noch ein neues Foto von einer von Broscha neu entdeckten Schlafmöglichkeit.
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­­­­[27.09.2008]
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Heute kann ich definitiv sagen, daß Broscha eine weitere Beule hinter ihrem linken Vorderpfötchen bekommt :( Ich beobachte das schon seit einigen Wochen und bin mir jetzt ziemlich sicher, daß es ein ähnliches Gebilde ist, das sie bereits hat. Ehrlich gesagt weiss ich nicht, was man tun sollte. Ich werde das beobachten, die andere Beule hat Monate benötigt um auf die Größe wie jetzt anzuwachsen, ich denke bei der neuen wird das ähnlich sein. Ich hoffe, daß das Tierchen davon solange nicht beeinflusst wird.

­­­­­[28.09.2008]

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Gestern habe ich etwas einmaliges erlebt. Broscha kam auf Bett zum Kuscheln. Ich habe letzter Zeit gemerkt, daß wenn ich ihre Öhrchen streichle, sie irgendwann anfängt zu zucken und ihr Herz (?) schlägt ganz stark. Ich denke das kommt davon weil sie sich beruhigt und dabei abkühlt. Deshalb habe ich sie mit der Decke zugedeckt und habe sie weiter gestreichelt. Sie legte sich dann einfach bei mir hin und hat ca. eine halbe Stunde so gedöst. Ich glaube ich bin nun endgültig zu einem Rudelmitglied geworden, denn Ratten kuscheln sich immer zusammen und das Tierchen benötigt jetzt ganz viel Nähe, Aufmerksamkeit und Liebe. Es ist ein wunderbares Gefühl und ich glaube nur wenige Menschen haben in ihrem Leben so etwas erlebt.
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­­­­­­[06.10.2008]
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Der Gang von Broscha wird immer schlechter. Ihre Hinterbeinchen-Muskulatur ist besonders auf der rechten Seite sehr gegradiert. Beim Laufen fällt sie deshalb auf die rechte Seite. Das linke Hinterpfötchen bzw. die Muskulatur davon wird von dem Tumor beeinträchtig so, daß sie dieses Pfötchen im rechten Winkel zum Körper hält. Dadurch ist es für sie ziemlich schwer sich fortzubewegen. Allerdings läuft sie noch, auch auf dem Bett und im Flur, allerdings eher so sprungartig und mit Pausen zum Ausruhen. Ihre Wirbelsäule ist stark verkrümmt und oben spürt man deutlich eine Art herausragenden Knochen direkt an der Wirbelsäule. Ich gehe davon aus, daß das ein Effekt der degenerativen Arthrose ist. Die Kompression der Wirbeln in diesem Bereich führt zu neurologischen Problemen, speziell auch zu der HHL. Ich denke auch, daß die Gabe von Meloxicam Broscha hilft, weil es zwar das Voranschreiten nicht aufhalten kann, aber eventuelle Schmerzen eindämmen kann. Den starken Herzschlag habe ich ebenfalls paar Mal beobachten, ich denke daß sie dabei leichte Schmerzen oder Unwohlsein empfindet, weil sie gerade es als es anfing meine Hand abgeleckt hat aber dann kurz Pause gemacht hat. Ich bin fasziniert von Broschas Kämpferwillen und dem Willen zum Leben. Ich kann das einschätzen, weil ich an meinem verstorbenen Grossvater gesehen habe, wie der Drang zum Leben bei ihm stark zurückgegangen ist. Schon mit 80 Jahren wollte er nicht mehr spazieren gehen oder irgendwas unternehmen. Obwohl sein Gesundheitszustand nie richtig gut war, geschah das aus dem Kopf heraus, denn er konnte laufen. Nach menschlichen Jahren ist Broscha über 105, sie hat trotzdem den Drang sich zu bewegen, zu erforschen, neue Dinge zu entdecken, obwohl plötzliche Situationswechsel und Veränderungen in ihrem routinierten Tagesablauf sie merklich verwirren und stressen. Das ist in der letzten Zeit besonders zu beobachten und eigentlich typisch für jedes Lebeweisen. Ich bewundere ihren Willen und ihren Charakter und versuche eine starke Routine in ihren Alltag zu bringen. Die Gaben von Medikamenten erfolgen um die selbe Uhrzeit, der Käfig wird um ähnliche Uhrzeit aus Schlafzimmer ins Wohnzimmer gestellt und umgekehrt und so weiter. Ich heize die Räume wo sie sich aufhält auf annäherend 22 Grad, diese Temperatur gilt für Ratten (wie auch für Menschen :) als optimal. Außerdem sind Ratten anfällig für kalte Luftzüge und das wäre das letzte was das Tierchen jetzt braucht.
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­­­­­­­[20.10.2008]

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Die Zeit vergeht. Broscha benötigt mittlerweile sehr sehr viel Nähe, siehe auch meine neuen Bilder. Sie schläft unter der Decke und auf meinen Füßen. Bis heute mittag war ihr Gang einigermaßen stabil, obwohl ihr rechtes Pfötchen immer schwächer wurde und die Beule gewachsen ist. Heute mittag habe ich bemerkt, daß sie ihre Pfote kaum noch bewegen kann. Sie schleppte sich nur hin, später bekam sie sogar eine Konvulsion, ich vermute einen Krampf in diesem Pfötchen. Sie zuckte ganz stark und verstand scheinbar nicht was mit ihr passiert. Allgemein war sie heute recht unruhig auch beim Schlafen (da ich mich letzter Zeit wegen Prüfung oft im Schlafzimmer befinde, höre ich wie ruhig sie ist). Ich habe die Meloxicam Gabe deshalb heute vorgezogen, nachdem sie vom schmerzmittelversetzten Joghurt gegessen hat, hat sie sich etwas beruhigt. Ich denke die Pfote steht kurz vor der kompletten Lähmung, eventuell hat Broscha auch Schmerzen. Die Konvulsionen könnten auch kein Krampf sondern von Nervenirritation kommen. Ihre Wirbelsäule und wahrscheinlich Becken sind vollkommen durch die Arthrose verkrümmt, ich kann sobald ich über ihren Rücken streichel eindeutig ihre Wirbelsäule spüren, d.h. sie ist steif und degeneriert. So schmerzlich es ist diese Zeilen zu schreiben, ich werde jetzt die weitere Entwicklung abwarten und versuchen darauf zu reagieren.
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­­­­­­­­[22.10.2008]

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Die letzten 2-3 Tage wirkt Broscha apathisch. Sie läuft sehr wenig, aus dem Käfig geht sie praktisch nicht mehr raus. Ich vermute die Kraft in den Hinterpfoten reicht garnicht mehr, um die Schwellen zu den Rampen zu überwinden. Außerdem hat sich ihr Gesamtzustand anscheinend verschlechtert, obwohl ich keinen richtigen Grund dafür sehe. Ihre rechte Pfote hat heute wieder gezuckt, sie ist aber immernoch nicht gelähmt. Tragen kann sie das Tierchen aber auch nicht mehr. Wenn man Broscha rausnimmt, sitzt sie meist regungslos auf der Hand. Ob dies ein Zeichen von Schmerzen oder allgemeiner Müdigkeit ist, kann ich leider nicht feststellen. Auf Druck reagiert sie, bis auf die verkrümmte Wirbelsäule nicht, d.h. keine Schmerzreaktion. Gestern gab ich ihr direkt 3 Tropfen Schmerzmittel ins Mündchen, danach lief sie wieder etwas. Ob das ein Hinweis darauf ist, daß ihre Schmerzen nachgelassen haben, kann man so schwer beurteilen. Ich weiss momentan echt nicht, wie ich ihr helfen kann. Meine Mutter meinte, das Schmerzmittel soll ich ihr weiter geben. Ich habe sie heute umgedreht und genauer angeschaut, auch den Tumor. Broscha lässt sich in ihrem Zustand sehr leicht "handeln", sie wehrt sich garnicht und versucht auch nicht aus den Händen rauszukommen. Der Tumor ist abgegrenzt, er reicht aber nicht an die rechte Pfote heran, so daß es nicht daran liegen kann. Ich vermute eine vollständige Muskeldystrophie auf der rechten Seite. Die Flanke ist völlig eingefallen. Aber warum beeinträchtigt das dermaßen ihren Gesamtzustand? Ich bin ratlos und werde diese Tage bei Broscha sein...
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­­­­­­­­­[26.10.2008]

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Vor 2 Tagen war ich noch mal bei der Tierärztin. Ich habe im Internet auf der amerikanischen Rattenclub-Seite ein Medikament entdeckt, das gegen Mammatumore wirken soll. Der Wirkstoff heisst Tamoxifen, ein Östrogen-Hemmer. Obwohl Frau Bergmann das nicht gekannt hat, habe ich mit ihr besprochen, ob das Broscha eventuell helfen könnte. Ein Versuch wäre es wert. Frau Bergmann ist wirklich zu empfehlen, sie ist ein sehr netter, freundlicher und tierliebender Mensch. Sie hat mir ein Rezept für das Medikament gegeben. Heute bekam Broscha es zum ersten Mal. Das Tierchen bewegt sich mittlerweile sehr wenig, sie läuft nicht mehr auf dem Boden und geht auch nicht in ihre Tasche. Sie bleibt im Käfig, entweder oben in ihrer Kuschelschaukel, die ich jetzt so umfunktioniert habe, daß sie auf dem Boden aufliegt und eine Art "Höhle" bildet, oder sie ist unten in ihrem Häuschen. Das hoch und runterlaufen fällt ihr merklich schwer. Die meiste Zeit schläft sie, die letzten Tage war sie wieder ruhig, ein Zeichen für mich, daß sie keine Schmerzen hat. Die deutliche Abnahme von Bewegungsdrang macht mir dennoch grosse Sorgen. Es ist schwer zu sagen, ob das rein an ihrer Unfähigkeit liegt, sich richtig fortzubewegen oder ob ihr Allgemeinzustand schlechter ist. Zwischendurch haben wir auch ihren Popo gewaschen. Das musste sein, weil sie sich dort nicht mehr richtig putzen kann - und ist leider großer Stress für das Tierchen, weil sie Wasser absolut nicht mag. Ich hoffe jetzt, daß das Medikament anschlägt und das Tumorwachstum verzögert werden kann. Die Nebenwirkungen sind zwar auch groß, aber in ihrer Situation überwiegen die Vorteile beiweitem.
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­­­­­­­­­­[29.10.2008]

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Vorgestern lief Broscha sogar selbständig in die Tasche, nach dem ich ihr aus dem Käfig rausgehilfen habe. Heute zeigt sich Broscha relativ munter. Der Gesamtzustand ist ansonsten unverändert...
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­­­­­­­­­­­[17.11.2008]

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Broscha geht es den Umständen entsprechend "gut". Ihr Zustand ist soweit ohne grosse Veränderungen. Die rechte Pfote kann sie schlecht bewegen aber sie zieht sie nicht immer hinterher. Sie braucht etwas Zeit, wenn sie etwa von meinen Händen oder von Ihrer Kuschelschaukel rauskommt, bis sie laufen kann. Ansonsten läuft sie wenig zwischen den Etagen und legt ihre Ködel oft auch oben oder auf der Zwischenetage ab. Das wird jeden Tag weggeräumt. Außerdem mache ich an ihrem Essplatz neben der Schale neuerdings Küchentücher drunter, da sie dort oft "pipimacht". Zwischendurch war ich auch bei der Tierärztin (ohne Broscha) und habe Medikamente (Metacam, Karsivan,Salbe) geholt. Die Salbe ist für Broschas Beule. An einem Stück unten sind die Haare ausgefallen und die Stelle ist gerötet, weil sie sie scheinbar beim Laufen aufreibt. Die Ärztin hat mir Traumeel-S Salbe gegeben, um die Stelle zu behandeln. Wir haben nachher auch versucht, sensitives Pflaster drauf zu machen, allerdings hält das leider nicht. Echtes Pflaster könnte vielleicht haften aber wäre schmerzvoll für sie, es dann später wieder abzumachen. Momentan lassen wir das so und schmieren 1-2 Mal am Tag die Salbe drauf. Zwischendurch hatte sie auch wieder kleinere Probleme mit den Äuglein die dann weggingen, nachdem ich ihr Floxal (aus alten Beständen vor 2 Jahren, als sie das hatte) getropft habe. Ich denke ihr Immunsystem ist etwas geschwächt, was bei ihrem Alter kein Wunder ist. Ansonsten wird jeden Tag mindestens ein mal, manchmal mehrmals am Tag gekuschelt, Fell mit Zahnbürste gekämmt :) und gewärmt (mit Händen drunter und drüber) und Salbe geschmiert. Man merkt schon, daß ihr Kreislauf nicht mehr so fit ist, sie braucht Zeit nachdem sie sich auf warmen Händen ausgeruht hat um wieder in die Gänge zu kommen. Das Tamoxifen bekommt sie weiter, ich glaube in 1 Woche wird es ein Monat sein, seitdem sie es bekommt. Vielleicht auch erst in 10 Tagen. Massive Veränderungen am Tumor sehe ich nicht, vielleicht ist er etwas kleiner geworden. Haarausfall an der Stelle kommt glaube ich von Tamoxifen. Irgendwas muss ich mir noch wegen dem Pflaster überlegen...
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­­­­­­­­­­­­[25.11.2008]
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Vor einer Woche hat Broscha eine Schwanznekrose bekommen. Grund unbekannt, möglicherweise durch eine frühere Verletzung am Schwanz oder schlechte Durchblutung. Wir gingen zur Tierärztin und ich war mit ihr d'acor daß wir zuerst Antibiotika versuchen, bevor etwas weiteres am Schwanz gemacht wird. Der Schwanz ist in den letzten Tagen in etwa gleich geblieben, oder nennenswerte Wanderung der Nekrose nach oben - zum Glück. Kontinuierliche Desinfektion und Einschmieren mit Traumeel S haben dazu sicher beigetragen. Allerdings hat sich Broschas Essverhalten zum schlechteren entwickelt, so daß ich ihr gestern bereits nur eine halbe Dosis Antibiotikum gab, weil ich dachte es daß damit zusammenhängt. Broscha hat sich immer Stücke geschnappt und sie garnicht richtig aufgegessen sondern einfach liegen gelassen. Dieses Verhalten gab es schon vor dem Antibiotikum, allerdings wurde es in den letzten Tagen extrem. Heute Abend/Nacht hat Broscha faktisch aufgehört zu essen, sie hat knabbern nur noch minimal da dran. Ihr Verhalten verheisst ausserdem nichts gutes - sie wirkt sehr apathisch, geht nicht mehr in ihre Kuschelschaukel rein sondern liegt einfach draussen im Käfig rum. Ihre Atmung ist auffällig, allerdings ist sie das schon sehr lange. Ich hatte Broscha längere Zeit im Bett, danach dauerte es dieses mal sehr lange bis sie zu sich kam und wir dachten schon etwas wäre mit ihr, weil ihr Muskeltonus danach gleich 0 war. Ich habe Broscha jetzt eine recht hohe Schmerzdosis von ca 0,7mg/KG verabreicht (normalerweise kriegt sie 0,1-0,2mg/KG). Ob das ihr irgendwie helfen wird bleibt abzuwarten, es ist nicht mal klar ob sie überhaupt starke Schmerzen hat. Es spricht aber vieles dafür, sie hat jetzt z.B. schon seit vielen Stunden nicht mehr geschlafen, sondern ist dauerwach am Hocken im Käfig. Jedenfalls geht es ihr nicht gut...
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­­­­­­­­­­­­­[26.11.2008]

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...ich war die ganze Nacht gestern bei Broscha. Sie hat wenig geschlafen und so nahm ich sie auf die Arme, legte sie auf mich und sie konnte etwas schlafen. Gegessen hat sie wenig bis gar nicht. Ich blieb bei ihr weil ich dachte, daß sie die Nacht garnicht durchstehen wird. Morgen hat sie etwas gegessen. Ich schlief etwas mittags und wir fuhren dann zu der Tierärztin. Ich kann meine Traurigkeit garnicht beschreiben. Ich musste viel weinen, ich möchte Broscha nicht verlieren. Mit meinen Verstand verstehe ich, daß irgendwann dieser Moment kommen müsste und dass es nicht ewig so weiter gehen konnte. Aber mein Herz zerreisst sich bei dem Gedanken das Tierchen zu verlieren. Auf meine Bitte hat die Ärztin ihr eine stärkere Schmerzspritze gegeben. Sie meinte Broscha etwas auffällig und könnte vielleicht etwas in der Lunge haben. Ich glaube das eher nicht, weil sie schon seit etwa einem halben Jahr so atmet, und wenn es bösartige Metastasen wären, würde sich das viel schneller bemerkbar zeigen. Sie sagte mir, dass Broscha ohne Essen schon etwas auskommen könnte, aber man sollte sie nicht so weit bringen, auch Erstickungsgefahr war ein Thema. Ich meinte, daß es mir klar ist und daß ich nicht möchte dass sie sich quält. Es wäre nicht vorstellbar für mich, wenn Broscha verhungern müsste. Als wir nach Hause kamen konnte sie wieder schlafen, vielleicht wegen dem Schmerzmittel. Ich liess sie so paar Stunden im Käfig und nahm sie dann raus, legte sie aufs Bett und bedeckte sie mit meinem Schal. Zuerst wollte ich sie auf ein Kissen legen, aber sie wollte unbedingt auf meiner Hand liegen. Ich liess sie eine halbe Stunde so liegen. Das Tierchen schlief ein paar Stunden und lag dann wach mit offenen Augen unter dem Schal. Wir haben zwischendurch Babybrei gekauft, ich dachte vielleicht isst sie diese flüssige Nahrung besser. Ich habe auch versucht ihr das anzubieten als sie im Bett lag, aber sie wollte nichts davon. Ich habe es mit der Tierärztin so besprochen, daß wenn sie diese Nacht durchsteht und ihr Zustand gleich bleibt, daß wir morgen wieder kommen - zum Abschied nehmen. Sie macht die Euthanasie mit 2 Spritzen, zuerst eine Spritze zum Einschlafen und die andere dann als endgültige Spritze. Eine Möglichkeit mit Gasmaske bestünde auch. Ich hatte diesen Tag viel Zeit um nachzudenken. Das letzte was ich möchte, ist daß Broscha sich quält. Wenn es keine Möglichkeiten mehr gibt, ihr zu helfen, würde das Tierchen in wenigen Tagen verhungern und das kann ich nicht zulassen. Ich lege sie jetzt in den Käfig und "bete" für dieses kleine Lebewesen. Man sagt Liebe sei vielfältig - ich durfte Liebe erleben, die kaum ein Mensch kennt. Ich weiss, daß mich mit diesem Tier ein unsichtbares Band verbindet, und egal was passiert, sie wird immer bei mir sein und wir uns wiedersehen werden.
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­­­­­­­­­­­­­­[28.11.2008]

­Wir haben Broscha nicht hingefahren. Sie isst flüssiges Essen und ganz bisschen feste Nahrung. Sie bekommt Babybrei und Banane, das isst sie auf, letzter Zeit auch mehr. Wir haben viel diskutiert, aber ich kann sie nicht loslassen und ihr Schicksaal jetzt so besiegeln, wenn sie noch isst und auf mich reagiert. Sie ist sehr schwach. Ob sie richtige Schmerzen hat ist uns immernoch nicht klar. Ich habe heute nochmals mit der Ärztin telefoniert und habe mir Rufnummern von Tiernotärzten in Frankfurt geben lassen - für den Fall, daß es dem Tierchen schlecht gehen soll. Ich fragte sie auch zusätzlich wegen Schmerzmittels, ob sich Morphium lohnen würde. Sie meinte es würde dazu führen, daß sie vollkommen teilnahmelos wäre, auch wenn sie dann keine Schmerzen haben würde. Deshalb ist das nicht gut, sie brachte mich aber auf die Idee Novalgin (Metamizol) zu probieren. Das werde ich morgen tun...falls Broscha die Nacht übersteht. Heute lag sie bei uns 3 Stunden im Bett und danach dachten wir daß sie stirbt. Sie war absolut kraftlos, nicht mal ihren Kopf konnte sie bewegen. Dann fiel sie noch mit der Nase ins Futter und fing an zu niessen.. es war ganz schlimm. Ich legte sie dann zurück in ihre Kuschelschaukel. Nach etwa 30 Minuten kam sie glücklicherweise wieder raus. Es ist schwer zu beschreiben wie ich mich gefreut habe. Sie hat nun wieder etwas gegessen. Ich denke ihr Kreislauf ist unheimlich schwach und wenn er einmal "runterfährt" ist das für ihren Organismus sehr schwer ihn wieder "hochzufahren". Ihr Puls war ziemlich schwach, wahrscheinlich war der Blutdruck auch sehr niedrig. Ich denke wir werden sie vorerst nicht wieder ins Bett legen, denn sonst könnte sie sich irgendwann nicht mehr erholen. Wichtig ist nur, daß sie sich nicht quält. Sie ist müde und wenn sie friedlich einschlafen würde, wäre es das schönste Ende, das ich ihr wünschen würde. Ich habe aber noch die Hoffnung, daß das Tierchen sich etwas erholen kann, vielleicht gar festes Essen wieder essen kann.
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­­­­­­­­­­­­­­­[30.11.2008]

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Die letzten zwei Tage kämpfen wir weiter um Broscha. Ihren Zustand kann man leider nicht als stabil bezeichnen. Sie wird immer schwächer. Gestern und heute schlief sie sehr sehr lange, d.h. 7-8 Stunden verblieb sie in ihrer Kuschelschaukel. Sie kann sich kaum noch halten und hat Mühe ihren Kopf hochzuheben. Wenn sie schläft ist sie vollkommen kraftlos und hat keinen Muskeltonus. Auch wenn man sie rausnimmt muss man sehr aufpassen, daß der Kopf nicht einknickt. Meistens liegt sie auf der Seite. Das positive ist, daß sie nicht mehr im stehen schlafen muss, sondern in ihrer Kuschelschaukel einschlafen kann. Das Metamizol habe ich schon einige Male mit dem Essen verabreicht und ich habe das Gefühl, dass sie ruhiger geworden ist. Ihre neurologischen Zuckungen der Hinterpfötchen und des Schwanzes werden weniger und sie kann schlafen. Gestern habe ich es nur mit großer Mühe geschafft, ihr Essen zu geben, mit viel Streicheln und halten der Schale so daß sie daraus essen kann, hat sie Babybrei und Banane gegessen. Das war aber auch ihre einzige Mahlzeit. Aus der Wasserflasche trinkt sie eigentlich garnicht mehr, das Wasser kommt nur durch die Nahrung. Auch Ködel legt sie nur ganz ganz wenige, seit 24 Stunden gab es garnichts mehr. Natürlich ist das auch darauf zurückzuführen, daß sie so wenig isst. Ich habe das Gefühl, das die Lebensenergie das Tierchen allmählich verlässt. An jedem Abend hatte ich Zweifel, ob das Tierchen die Nacht überstehen wird, und jeden Morgen war es eine riesige Freude sie noch am Leben zu sehen. Wenn sie schläft ist ihre Atmung ruhig geworden. Heute bemerkte ich auch, daß sie für eine Ratte relativ langsam atmet, langsamer als früher. Sie zuckt wenig und zeigt keine Anzeichen von Reizzuständen die auf starke Schmerzen hindeuten. Auch Schnappatmung habe ich nicht beobachtet, obwohl ich gerade eben paar Geräusche gehört habe. Sie hat wieder Probleme mit den Äuglein und ich habe sie wieder getropft. Ihr Immunsystem ist natürlich sehr schwach, da ihr Allgemeinzustand so ist. Ich denke die Geräusche kommen von Sekretansammlung, da sie sich kaum bewegt. Sie muss dieses Augensekret, daß bei Ratten immer produziert wird, abtransportieren und "ausatmen", was wohl schlecht funktioniert wenn sie die ganze Zeit liegt. Es gab Situationen wie z.B. gestern, da war ich schon ganz nah dran sie zum Tierarzt zu fahren. Wenn sie nichts gegessen hätte, hätte ich sie wahrscheinlich hingefahren. Andererseits habe ich Zweifel, ob sie eine solche holprige laute und nicht kurze Autofahrt lebend überstehen kann. Es wäre viel Stress nur um ihr Leben zu beenden. Am besten wäre es, wenn das Tierchen friedlich in Ruhe und Wärme einschlafen kann. Es ist für mich und Zhenja sehr schwer, diese Zeit. Das einzige was mich "freut" ist, daß Broscha scheinbar keine Qualen erleidet. Ich pflege weiter ihr Schwänzchen und tue alles, um es dem Tierchen so angenehm wie möglich zu machen. Ab und zu komme ich zu ihr und streichle sie. Ich will sie auch nicht zu oft stören, was unnötiger Stress wäre. Auch diese Nacht weiss ich es nicht, ob Broscha es schaffen wird. Es ist so rührend zu sehen, wie sie in ihrer Kuschelschaukel liegt, leicht zusammengerollt, mit Vorderpfötchen zusammengelegt, in Embryonalstellung. Es ist so, als würde Broscha dieselbe Position annehmen, in der sie geboren wurde, in der sie im Mutterleib war. Ich weiss, daß Broscha immer da sein wird, ich spüre die Energie zwischen uns, wenn ich meine Hand auf sie lege.
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­­­­­­­­­­­­­­­­[30.11.2008-2]

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Broscha hat die Nacht noch überstanden. Sie kam kurz raus und hat etwas gegessen. Sie lag dann neben ihrer Schale zusammengerollt. Ich legte sie um 7 Uhr morgens wieder in ihre Kuschelschaukel. Seitdem lag sie den ganzen Tag da drin. Sie kam nicht raus und hat sich kaum bewegt. Ihre Atmung ist sehr schwach. Um 17 Uhr nahm ich sie raus, sie war ganz schlapp und ich legte sie auf den Schoß und habe etwas ihre Äuglein gereinigt, Schwänzchen eingecremt. Owlet half mir dabei. Wir haben auch versucht dem Tierchen essen anzubieten, aber es wollte garnichts haben. Die Äuglein gingen einfach wieder zu. Sie hat dennoch auf Reize reagiert, als ich die Augen gemacht habe, hat es teilweise nicht gefallen. Wenn ich meine Hände wegnahm wurde sie unruhiger. Wir haben dann entschieden, sie wieder in die Kuschelschaukel zurückzulegen und seitdem liegt sie auch. Es ist unglaublich traurig sie so zu sehen. Das Tierchen ist zwar sehr ruhig, aber es geht zuende. Sie hat seit fast 24 Stunden nichts mehr gegessen und lange kann sie es so nicht durchhalten. Sie schläft nur noch und meine Hoffnung ist immernoch, daß sie keine Qualen erleidet...
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­­­­­­­­­­­­­­­­­[01.12.2008]

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Heute ist der 1. Dezember. Es ist Broschas vierter Winter und die Tage sind kalt und trist. Broscha hat diese Nacht überstanden. Ich bin um 6 aufgestanden um nach ihr zu sehen, sie lag genauso drin wie davor. Um 9 standen wir auf, Broscha lag immernoch dort, war allerdings recht lebendig, die Augen waren offen und sie hat etwas rumgewuselt. Gestern nacht waren wir noch draussen und haben Häagen Dazs Eis gekauft. Das lieben wir beide und es schmeckt ganz lecker. Broscha hat dieses Eis bisher nie bekommen weil es sehr fettig ist (und süß natürlich auch). Das Eis haben wir ihr gestern in die Schale gegeben mit Schmerzmittel etc. Über Nacht hat Broscha aber nicht gegessen weil sie nicht rauskam. Ich dachte ich könnte jetzt probieren ihr das Eis zu geben, direkt in ihre Kuschelschaukel wo sie lag. Nach etwas Überredungskunst hat Broscha angefangen es zu essen. Sie aß es fast vollständig auf und wurde munterer. Also dachten wir, wir geben ihr jetzt auch Babybrei und siehe da auch da aß sie die ganze Schale auf. Natürlich dauerte das sehr lange (ca. 40 min). Ich muss ihre Schale immer richtig drehen, hochhalten usw. Einige komplizierte und kraftaufwändige Prozedur, weil man die Hand sehr ruhig halten muss und in fast selber Lage, damit es für das Tierchen bequem ist. Danach habe ich entschieden, daß Broscha raus und gereinigt werden muss. Sie lag über 24h auf der einen Seite auf einen Damenbinde (wir dachte das ist eine gute Sache weil diese Dinger sehr saugfähig sind, also besser als die üblichen Küchentücher die sie drin gehabt hat). Sie roch schon nicht mehr gut, und die Binde war naß von Urin. Ich nahm sie also raus und ihre ganze Seite auf der sie lag war nass. Wir haben sie dann mit Seife etwas abgewischt, dann mit Wasser und dann trocken gewischt im Tuch. Die gaanze Zeit lag sie auf meinen Händen und owlet reinigte sie. Dann waren noch die Äuglein und Nässchen dran, weil sie auch verdreckt waren. Nach dieser komplizierten Reinigungsprozedur legte ich sie auf die andere Seite in die Kuschelschaukel. Ich habe bemerkt daß sie doch noch recht unruhig war und habe die Chance genutzt. Broscha bekam noch eine Schale Babybrei mit Rind :) Auch sie hat sie langsam aufgegessen, irgendwann wollte sie dann nicht mehr und war satt - was auch verständlich war. Danach ließ ich sie noch etwas auf dieser Seite liegen aber es war irgendwie unbequem für sie, wahrscheinlich drückt etwas wenn sie da liegt, ihre Bauchgegend beult auch stark aus in dieser Lage. Da wir nicht genau wissen wie der Tumor innen ist und was dort genau passiert, muss ich eben auf diese Anzeichen achten. Jedenfalls legte ich sie dann auf die andere (gereinigte) Seite und sie wurde wieder ruhig. Sich selbst umdrehen kann sie wohl nicht mehr, ebenso wie sich aufrichten oder hinstellen. Die größte Errungenschafft scheint momentan eine korrekte Kopfhaltung zu sein. Broscha ist also so etwas wie ein Pflegefall. Ich bin aber sehr froh daß sie etwas Energie getankt hat. Egal was passiert, das Tierchen soll es komfortabel und die besten Bedingungen haben.
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­­­­­­­­­­­­­­­­­­[02.12.2008]

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Ich habe heute entschieden, daß wir Broscha heute doch zur Ärztin fahren, wenn sie die Nacht übersteht. Wir haben abends versucht sie sauber zu machen. Ich habe sie rausgenommen, das Fell an der Seite sah gut aus, aber oben und ihr Köpchen, da waren die Haare ganz verklebt, da hat sich wohl Wasser mit den Ausscheidungen verklebt. Ihr rechtes Auge, also das Auge auf der Seite auf der sie ständig liegt war auch ganz verklebt. Ich habe es nur geschafft etwas oben abzuwischen und das Auge freizulegen, aber das verklebte am Kopf bekomme ich nicht weg. Sie liegt absolut kraftlos da, es ist sehr schwer sie richtig zu behandeln, jede falsche Bewegung könnte ihr das Genick brechen. Wir haben mit warmen Pad versucht die Gegend anzfeuchten, aber die Verklebung bekommt man nur weg, wenn man das richtig wäscht. Broscha stresst diese Prozedur auch, sie wird unruhig. Außerdem muss man sie dafür auf links legen und dabei drückt ihr wohl irgendwas im Inneren, die Bauchhöhle ist stark ausbeult. Lange kann man sie so nicht halten. Außerdem kommt dazu, daß sie nun Atemgeräusche bekommt. Ratten scheiden dauernd ein Sekret der Augendrüsen ab, dieses muss abtransportiert werden, meistens dabei wenn sie sich sauber machen. Broscha liegt aber nur so rum. Die Augenhöhle ist mit der Nase verbunden, deshalb bekommen Ratten eine "blutende" Nase (Sekret hat rote Farbe), wenn sie Probleme mit den Augen kriegen. Da sie nur dauernd liegt kann sie es nicht abstrasportieren und es staut sich in der Nase und verstopft da. Das verursacht unschöne Pfeifgeräusche. Broscha ist nicht dafür geschaffen, tagelang auf der Seite zu liegen und zu schlafen. Ich bin verzweifelt, aber ich kann sie nicht so pflegen, wie sie es selbst tun kann. Ihr Zustand ist auch so schlecht, daß ein richtiges Handling ganz schwer ist. Nachdem ich gesehen habe, daß solche Komplikationen auftreten, kann ich das nicht mehr verkraften, wenn sie noch 1-2 Tage zu verbleiben würde. Vielleicht würde ihr Kreislauf das sogar aushalten und sie würde vielleicht sogar etwas essen, aber das dauernde Liegen verursacht üble Komplikationen, die wir nicht unter Kontrolle bekommen. Und diese können dazu führen, daß das Tierchen sich quälen wird. Gestern morgen hatte ich noch die Hoffnung, daß ihr Zustand umschwenken könnte, aber wie ich sie heute abend sah, glaube ich nicht richtig daran. Ihre Vitalfunktionen sind sehr schwach, es ist eh ein Wunder, daß sie so lange sich halten konnte. Ich werde auf einer Gasbetäubung bestehen, Broscha wird in ihrem Zustand eh ihre Umgebung kaum wahrnehmen können. Eine Spritze würde aber für sie trotzdem schmerzvoll sein. Deshalb wäre Gas das Beste. Unser Auto ist kaputt, morgen mittag holen wir es ab, danach werden wir wohl zu der Ärztin fahren. Ich bin verzweifelt, ich kann nichts mehr tun, außer das letzte um ihr Leben nicht qualvoll zu beenden...
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­Nachtrag: Broscha wog am Anfang ihrer Essensverweigerung 350 Gramm, nun wog sie 290 Gramm. Wenn man Essen, Flüssigkeit abzieht hat sie trotzdem mindestens 30 Gramm verloren.
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­­­­­­­­­­­­­­­­­­­[03.12.2008]

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Heute, am 3. Dezember 2008 um genau 2:00, ist Broscha im Alter von mehr als 3 Jahren und 8 Monaten ins Tierchenparadies gegangen. Sie starb eines natürlichen Todes. Den Tag davor habe ich es nicht über mich gebracht, sie unter der Gefahr, daß sie im Auto stirbt, zum Tierarzt zum Einschläfern zu bringen. Da sie sehr schwach war und bis zuletzt nicht gegessen oder getrunken hatte, haben wir sie ins Bett gelegt und mit meinem Schal umgewickelt. Und so lag sie den ganzen Tag dort, morgens noch schlafend aber dann mit offenen Augen liegend. Sie war recht ruhig. Ich war die ganze Zeit bei ihr im Bett. Sie zuckte manchmal. Gegen Mittag kam es öfter vor daß sie sich so "schüttelte" (so wie es Tiere tun, wenn sie naß sind). Zuerst selten wurde es gegen abend immer öfter. Es wechselten sich Phasen von Ruhe und Unruhe. Ich legte sie zeitweise auf die andere Seite, damit ihre rechte Seite, auf der sie dauernd lag, etwas entlastet war. Die Atemgeräusche vom Vortag war kaum noch da. Ihr Atmung war sehr schwach und für Ratten sehr langsam (60 oder weniger Atemzüge pro Minute). Gegen Nacht wurde sie immer unruhiger, das "Schütteln" kam häufig vor. Broscha starb in meinen Händen. Ich möchte nicht schreiben, was dabei passierte und was ich dabei gefühlt habe, insbesondere danach. Der Schmerz den ich verspüre ist unbeschreiblich. Mit diesem kleinen Tierchen ist ein wunderbares Geschöpf und ein großes Stück meines Lebens aus dieser Welt gegangen. Ich denke Broscha musste keine Qualen erleiden, falls sie Schmerzen hatte, konnte sie sie in ihrem Zustand nicht mehr richtig wahrnehmen und wenn, dann waren es keine starken Schmerzen. Der Tod ist ein grausamer Vorgang, ich wünsche es keinem, es mitzuerleben. Ich wollte es aber, weil ich das Tierchen liebe und ich wollte bis zum letzten Moment bei ihr sein, denn nichts ist grausamer, als alleine zu sterben. Meine Hand war bei ihr bis zu ihrem letzten Atemzug. Ich weiss, daß ich sie wiedersehen werde, dann wenn meine Zeit gekommen ist. Sie wird zu mir rennen und meine Hände ablecken und ich werde sie hinter den Öhrchen streicheln. Broscha hat einen schönen ruhigen Platz zwischen zwei Bäumen gefunden, in ihrer Kuschelschaukel, in der sie so gerne lag und einer Box mit ihrem Namen. So lange ich lebe, werde ich an Broscha denken und in meinem Herzen tragen. Ich werde ein paar wenige Sachen behalten, z.B. den Schal in dem sie heute den ganzen Tag lag und der immernoch so sehr nach ihr riecht.
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­Dieser Text sollte Broschas Geschichte, die wichtigsten Momente und Eindrücke festhalten, denn menschliches Gedächtnis ist vergesslich. Ihre Geschichte ist hier nun zuende, aber dort wo sie jetzt ist, wird das Tierchen für immer glücklich sein.
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­Danke Broscha, daß du da warst und wir so viele glückliche Jahre hatten.
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­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­[05.12.2008]

­Zwei Nächte sind nun seitdem vergangen. Es ist leer ohne das Tierchen in der Wohnung. Sie fehlt mir sehr. Es gibt so viele Dinge, die mit ihr verbunden waren. Die Tür ins Schlafzimmer war z.B. am Tage immer zu, weil dort die Broscha war und die Heizung an war. Ich mache die Tür jetzt immernoch zu, weil es merkwürdig ist, wenn sie offen ist. Ich bin überrascht und gerührt, daß so viele Menschen sich hier bei mir gemeldet haben und schöne Worte zu Broscha geschrieben haben. Vielen Dank an alle, die an dieses kleine Lebewesen gedacht haben! Broscha war ganz und garnicht alleine, danke dafür. Wir gehen am Samstag zu der Stelle hin, wo Broscha liegt.
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­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­[26.01.2009]

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Es sind fast 2 Monate vergangen, seitdem Broscha nicht mehr da ist. Mindestens ein Mal pro Woche, oft auch mehr, gehe ich alleine oder mit Genia oder meiner Mutter zu Broschas letzter Ruhestätte im Wald. Auf dem Platz wo Broscha begraben wurde, haben wir einen hellen Stein hingelegt, der von der Form und Größe an Broscha erinnert. Meine Mutter hat diesen Stein gefunden. Nach etwa 2-3 Wochen gab die Erde etwas nach, so daß wir eine Tüte mit 30l. Blumenerde auf diese Stelle aufgeschüttet haben. Es ist ein schöner ruhiger Ort und ich werde ihn bald fotografieren. Momentan liegen dort im Wald viele Blätter. Broscha fehlt mir sehr. Ich erinnere mich täglich an sie, manchmal ist das Gefühl des Verlustes sehr stark, so daß es wieder in mir aufkommt... Manchmal muss ich an ihre letzten Tage denken und stelle mir immer wieder die Frage, ob ich richtig gehandelt habe. Das ist wohl mein Gewissen, daß mich da immer prüft. Wenn ich mich aber dann erinnere, daß Broscha es nicht immer so schlecht ging wie in den letzten Tagen und daß sie so viel Freude empfunden hat, und auch wieviel ich für sie gemacht habe, weiss ich, daß es richtig war.
­Ich habe mehrere gute Bilder von Broscha (dieses und dieses) in groß entwickeln lassen. Eines hängt jetzt bei uns im Flur im Bilderrahmen, für das Zweite habe ich einen Tischfotorahmen mit Blümchenapplikationen gekauft, sehr schön und passt zum Tierchen.

­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­[16.02.2009]

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Vorgestern war ich wieder bei Broscha. Es war schönes Wetter und so habe ich meine Kamera mitgenommen und ein paar Bilder von ihrer Ruhestätte gemacht. Auf diesem Bild sieht man den Ort, an dem Broscha begraben ist. Es schöner Stein den meine Mutter gefunden hat, steht an dieser Stelle. Dieses Bild zeigt, daß Broscha bei einem Baum liegt. Was man auf den ersten Blick bestimmt nicht sieht, ist, daß dieser Baum den Buchstaben "B" trägt. Wir haben ihn eingeritzt, als Zeichen das das Broschas Baum ist und damit wir ihn auch besser finden. Hier sieht man ihren Baum nochmal, wie er einsam im Wald steht. Der Wald war an diesem Tag sehr schön. Die Sonne schien durch die Bäume und es war ruhig, nur die Vögel haben gesungen. Ich habe mich Broscha sah nah gefühlt in diesem Moment.

­­[05.09.2009]
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Es sind mehr als 9 Monate seit Broschas Tod vergangen. Jede Woche gehe ich regelmäßig zu ihrem Grab im Wald, rede mit ihr und berühre ihren Stein. Es ist ein Ritual, denn Broscha ist immer bei mir, stetig anwesend, manchmal stärker und manchmal schwächer, je nachdem wie abgelenkt man ist. Manchmal gehe ich öfter hin, und jetzt angesichts veränderter Lebensumstände, werde ich bestimmt öfter hingehen. Heute stand mir Broscha wieder Model :) Natürlich nicht Broscha persönlich, aber ich wollte immer schon ein paar gute Bilder von ihrer letzten Ruhestätte im Sommer machen, solange der Wald noch grün und voller Leben ist. Und als ich heute die Bilder machte, musste ich daran denken, wie oft ich mit Broscha Foto-Sessions gemacht habe, dass das Tierchen ja ein richtigen Fotomodel war. Naja man kann nicht sagen, sie hat das Rampenlicht immer genossen, der Blitz hat doch schon öfter genervt, aber umso mehr wurde sie danach lieb gehabt :) Ich glaube es ist ein schöner Ort, den wir damals für sie, mitten in der Nacht, gefunden haben. Obwohl Broscha nie Teil der sie nur durch das Fenster umgebenden Natur war, passt er irgendwie zu ihrem Charakter, er ist so ruhig und aufmunternd. Es ist so als würde sie mir sagen "sei nicht traurig, es wird alles gut!". Die neuen Bilder gibt es hier: Bild 1 | Bild 2 | Bild 3
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­­­[11.09.2009]
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Heute habe ich ein Bild von Broschas Sachen in der Box gemacht und hier hochgeladen: Bild der Box. Ich habe auch etwas dazugeschrieben. Morgen gehe ich wieder zu dem Tierchen...
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­­­­[27.10.2009]

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Heute war ich wie jede Woche wieder im Wald bei Broscha. Und da hatte ich eine Begegnung, über die ich schreiben möchte. Als ich schon zurückging und auf dem Waldweg war, hörte ich ganz nah Geräusche. Ich blieb stehen und da kam es raus, ein Mäuschen. Zum ersten Mal habe ich eine so nahe Begegnung mit einer wilden Maus gehabt. Das Tierchen war höchstens 1 Meter von mir entfernt, und obwohl sie mich sicher gerochen hat, kam sie aus dem Laub hervor, nam sich ein Blatt und knabberte daran. Dabei hat sie sich immer vorsichtig umgeschaut. Das Mäuschen war ganz grau, ich sah es ganz deutlich, die Ohren und die schwarzen Äuglein. Von der Größe war es bestimmt eine erwachsene Maus. Ich habe in dem Moment sehr bereut, das ich keine Kamera dabei hatte. Nachdem hinter mir irgendwo weit weg ein Mensch lief, versteckte sie sich wieder im Laub und ging weiter, um keine Hinweise auf sie zu geben, vielleicht hatte sie dort ja ihr Nest. Jedenfalls war es eine ganz tolle Begegnung, und Broscha ist dort in bester Gesellschaft :) Bei Broschas Stein ist alles in Ordnung, nur machen wohl Hunde oder andere Tiere dort manchmal ihre Haufen, und manchmal, so auch heute, versuchen sie den Stein anzugraben. Ich weiss nicht ob das Hunde oder Eichhörnchen sind, jedenfalls habe ich den Stein jetzt mehr mit Blättern zugedeckt. Es ist dunkel geworden, und es naht sich der Jahrestag - es sind fast 11 Monate vergangen, seitdem Broscha nicht mehr auf dieser Erde ist.
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­­­­­[24.12.2009]
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Eigentlich wollte ich zu Broschas Jahrestag am 03.12 schreiben, aber ich vergaß es :( Es war ein schöner Tag, ich habe viel an das Tierchen gedacht, aber nicht traurig sondern es war eigentlich gut. Ich ging zu meiner Mama und wir tranken ein bisschen im Gedenken an die kleine und haben etwas gegessen. Danach ging ich nach Hause und es war ein Tag wie jeder, nur daß es genau 1 Jahr nach unserer menschlicher Rechnung war, seitdem sie nicht mehr hier bei mir ist. Aber ist diese Zeitrechnung für sie noch relevant?
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­Heute ist Heilig Abend, da ich Weihnachten nicht feiere, habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, an diesem Tag spazieren zu gehen. Da ich mit Zhenja nicht mehr zusammen bin, ist es das erste mal seit vielen Jahren, daß ich an diesem Tag alleine spazieren ging. Eigentlich wollte ich nur durch die Strassen und mir die Weihnachtsstimmung der Menschen durch die Fenster einfangen, aber als ich rausging überkam mich ein starkes Bedürfnis bei Broscha zu sein, fernab von all diesen Menschen. Es war schon 20 Uhr und ganz dunkel. Ich lief einfach hoch bis zu dem Wald. Ich war noch nie nachts bei Broscha, nur an dem Tag als wir sie begraben haben. Ich dachte dass ich Angst haben werde, aber es war vollkommen anders, irgendwie ruhig und wahnsinnig traurig zugleich, und als ich bei Broschas Steinchen stand, liefen Tränen über meine Wangen. Es gibt Phasen, an denen ich mich sehr einsam fühle, diesen Verlust von denen, die mir nahe standen, und die mich geliebt haben, besonders stark und schmerzvoll spüre. In diesem Momenten überkommt mich ein Gefühl der Traurigkeit daß ich hier nicht in Worte fassen kann. Ich glaube als ich in diesem dunklen Wald mit Broscha gesprochen habe, ist mir besser geworden, ich wurde ruhiger und habe noch dem Wald gelauscht. Es ist wirklich ein schöner Ort, besonders in der Nacht, ganz besonders.
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­Und eines was mir schon längst klar geworden ist, und ich hier niederschreiben wollte ist, daß trotz meiner Zeilen an dem Tag als Broscha starb, der Zeilen die sagten "die Geschichte von Broscha ist zuende", wird diese Geschichte nicht zuende sein, solange ich lebe, denn meine Erinnerungen und ein Teil von ihr lebt in dieser Dimension in mir weiter.

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kaya12 am 08.04.2010 20:11 (Kommentar)    1  
kaya12
Selten so etwas schönes gelesen g.l.g.kaya


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Ich habe die Richtlinen zum Schreiben von Kommentaren, gelesen und verstanden. Ich habe sie bei meinem/r Kommentar/Ergänzung beachtet.


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