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Einsam ist etwas anderes Eigenwerk
von JuniMond aus der Kategorie Freier Text - Liebe, Erotik, Partnerschaft

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Primärverzeichnis von JuniMond
Erstellt:    04.07.2006 18:25
Geändert: 04.07.2006 18:28
1851 Lesungen, 1.9KB

Alleine ist etwas Anderes als einsam. Alleine ist manchmal richtig wichtig. Alleine ist man außen.

Einsam kann man sein, wenn man zwischen 1.000 anderen im Konzert steht. Einsam kann man sein, wenn alle fünf Minuten jemand sagt: „Ich hab dich lieb!“, denn einsam ist man innen – und vor „Innen“ macht so vieles Halt, von den „Ich hab dich lieb!“-s dringen nur die allerwenigsten vor.

Einsam ist man, wenn etwas gegangen ist oder gegangen wurde. Etwas, das innen war, das sich dort wohl fühlte, ausbreitete, streckte und räkelte, zufrieden und glücklich. Manchmal hat das Strecken und Räkeln vielleicht wehgetan, dann, wenn es mit Tritten verbunden war, doch Tritte von innen sind leicht zu akzeptieren, wenn sie denn von dort kommen.

Ich hab da ein Loch in mir. Kein kreisrundes Loch, vielmehr ein Hohlraum in der Form eines Menschens, der sich sehr breit gemacht hatte, der sehr viel Platz in Anspruch nehmen wollte und durfte. Ich hab ihr diesen Platz gerne überlassen, hatte keine Verwendung dafür gehabt, wie ich für so weniges Verwendung hatte. Man gewöhnt sich an innere Gäste, wie man sich an so vieles gewöhnt. Vielleicht ist es mehr als Gewöhnen. Oder gewöhnt man sich an Liebe?

Und sie?. Sie sucht Lückenfüller. Lückenfüller, die sich nicht zu schade sind, alles auszufüllen, was einer Füllung bedarf, um nicht die Leere heraus fließen zu lassen.

Ich bin nicht mehr „ganz“. Etwas fehlt an mir. Ein gehöriges Stück. „Ganz“ hat sich verabschiedet, die Sachen gepackt, die Zunge herausgestreckt und sich nicht wieder umgedreht. Das hat mich blind gemacht. Und die Augen öffnen möchte ich nicht mehr. Will nicht in die kalte, unberechenbare Fratze des klaffenden Lochs blicken müssen.

Ich bin nicht alleine. Nur einsam.

Damals waren wir Helden und Diebe,
je nachdem wie der Wind sich drehte.
Wir waren, was wir sein wollten.

Heute sind wir, was wir sind.
Und niemand hält die Welt an,
weil ein Stück von mir fehlt
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Denker            
ariadne am 12.02.2007 18:19 (Kommentar)    8  
ariadne
das hast du toll beschrieben, man gewöhnt sich an innere Gäste.

Wobei, der der innere Gäste hereinlässt, kann diesen Platz, den sie brauchen, auch mit Alternativen füllen, siehe unten.
Der, der hereinlässt, um seine Leere nicht herausfliessen zu lassen, muss einen erheblich grösseren Raum mit Alternativen vollräumen. Wahrscheinlich wird er/sie soviel Hohl nicht füllen können.
Wir, mit unseren inneren Gästen, habe ihnen Platz eingeräumt, d.h. doch, wir haben etwas anderes beiseite geschoben. Also neu einrichten, neu bewerten, praktisch im Abstellraum der Seele die alten "Möbel" wieder zu ihrem Recht kommen lassen....
Oder so!



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