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Alles eine Frage der Perspektive. Eigenwerk
von zimbal aus der Kategorie Freier Text - Zeit, Zeitloses

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language is a virus from outer space. (laurie anderson)
Erstellt:    22.01.2004 00:00
Geändert: 23.09.2006 23:05
2269 Lesungen, 2.2KB

das leben ist endlich. offensichtlich. manche glauben daher an einen gott oder an ein leben nach dem tod. oder sie glauben an seelenwanderung oder ähnliches. sie versuchen sich damit zu retten, um nicht zu verzweifeln an der sinnlosigkeit des seins, würde ein zyniker sagen. andere wiederum ordnen dem 'leben an sich' einen gewissen metaphysischen gehalt oder sinn zu. aus dem selben grund.
alles wie gesagt glaube, nicht wissen. und alle haben eines gemeinsam: das einzelne individuelle leben ist endlich. entweder beginnt ein neues, wie die buddhisten glauben, oder ein anderes, wie die christen und muslime glauben.

ich glaube, das leben ist unendlich. keine frage der mensch besteht aus teilen. ich meine nicht nur kohlenstoff, sauerstoff usw., sondern auch seine erfahrung und weiteres. aber der mensch ist mehr als das. er ist mehr als die summe seiner teile. er ist das zusammenspiel der teile. ähnlich wie eine melodie, die aus einzelnen tönen besteht, im zusammenspiel eine stimmung erzeugen kann. hierin sind sich immer noch alle einig. was ist aber jetzt wenn die teile auseinanderfallen. eine melodie gibt es nicht mehr. aus den tönen kann eine neue melodie komponiert werden. diese kann aber vollkommen anderes vermitteln. ähnlich macht es die natur, indem sie leben aus leben schafft. jeder mensch geht ein in den kreislauf und ist doch für immer verloren. immer noch einigkeit. jetzt die trennlinie. das empfinden eines individuums existiert solange wie das individuum selbst. es ist in seiner zeit und nur dann. nach seiner zeit ist es nicht mehr und kann auch nicht wahrnehmen. etwas endliches hat eine grenze. das setzt voraus, das die grenze, und das dahinter, wahrgenommen werden kann. oder anders gesagt: ein ding brauch ein gegenstück um abgegrenzt zu werden. wenn nicht, dann meint der beobachter etwas unendliches weil alles zu sehen. so verhält es sich aber mit dem individuum, dass sich selbst beobachtet. was dahinter ist, nach dem tod, ist nicht erfaßbar für den gestorbenen, weil er nicht mehr ist. also ist die grenze verschwunden aus der sicht des einzelnen für sich selbst. dann ist er in sich unendlich, und auch sein sein oder leben in sich. und egal was nun wahr ist, grenze oder nicht, es existiert das was wahrgenommen wird.


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zimbal am 23.03.2004 22:01 (Kommentar)    4  
zimbal
ok, hoffe du hast erfolg,
dem ich dann widersprechen kann. ;-)

aber bedenke, ist nur ne perspektive.
also eine möglichkeit von vielen etwas zu sehen.
und setzt natürlich auch einiges an axiomen voraus, also voraussetzungen die nicht bewiesen werden können.
meiner meinung nach aber eine sichtweise mit der man sich gut anfreunden kann, weil sie einem die angst nehmen kann.
Zensor            
zimbal am 24.03.2004 23:55 (Kommentar)    4  
zimbal
mit leben meine ich:
deine persönliche ganz eigene konfiguration (tschuldige die tech-sprache).
genauer dein bewußtsein als du selbst.
wahrnehmung und veränderung durch handlung-reaktion.
kurz - deine seele lebt.
gleichzeitig ist leben möglich dank der stofflichen basis.
und vielleicht halt nur dank dieser basis.
Zensor            
zimbal am 26.03.2004 02:08 (Kommentar)    4  
zimbal
keine frage, ne sehr schöne sache, wenn man dran glauben kann.
nur, glaube ist nicht wissen.
ich hab halt die einstellung, dass vieles vorstellbar ist.
welche religion man wählt hängt von der eigenen persönlichkeit ab, wenn man das glück, die fähigkeit, den willen und die wahl hat sich zu entscheiden.
oder es hängt vom eigenen kulturellen hintergrund ab.
eins haben alle gemeinsam - den versuch etwas unerklärliches (und damit beängstigendes) zu erklären.
aber warum kann man nicht einfach akzeptieren, dass es dinge gibt, die nicht erklärbar sind. oder dass der menschliche geist eine grenze hat. der mensch kann nicht anders als von seiner basis auszugehen. das was er sieht versucht er zu ordnen und daraus auf nicht sichtbares zu schließen. es gibt mit sicherheit aber ebenen die sich ihm völlig entziehen. und zwar aus prinzip - dem prinzip mensch.
in der mathematik z.b. kann bewiesen werden, dass bestimmte dinge nicht beweisbar sind (gödel). eine tatsache, deren gehalt man mal auf seine substanz gründlich abklopfen sollte. das ist nicht befriedigend, aber is halt so.
meiner meinung nach gilt das auch für alle diese religiösen erklärungsversuche. deshalb bin ich atheist.
ich muss allerdings dazusagen, dass die buddhistische religion, bzw. dass was ich darunter verstehe, mir immer noch am sympathischten ist. nicht ihre "mystik", sondern ihre werte.
Zensor            
zimbal am 26.03.2004 23:22 (Kommentar)    4  
zimbal
ja, du hast recht wenn du die ausnutzbarkeit von religion betonst. sehr große gefahr, die schon viel leid angerichtet hat.
kann es sein, dass die entwicklung dahin, dass religion benutzt wird, ein zwangsläufiger prozess ist? ich finde religion kann mit politik verglichen werden.
-> es muss jemanden geben, der die richtung vorgibt. allein deshalb weil eine bewegung sonst zerfällt.
-> derjenige hat sehr viel einfluss und macht.
-> es gibt immer individuen, die nach besonders viel macht streben. menschen sind unterschiedlich und machtstreben ist ein überlebensmechanismus.
->> diese menschen werden ihre positionen erreichen.
es hängt also alles davon ab, wie derjenige drauf ist.
Zensor            
zimbal am 27.03.2004 11:06 (Kommentar)    4  
zimbal
und wie ist wohl jemand drauf, der mit ausgeprägtem machtstreben ausgestattet ist?
selbst wenn er nichts böses will, so mußte er doch rücksichtslos genug sein um dorthin zu kommen. oder?
Zensor            
zimbal am 29.03.2004 22:48 (Kommentar)    5  
zimbal
stimmt, wir waren abgeschwiffen. aber egal, eins führt zum andern.

würd es auf praktisch alle religionen beziehen. das mit dem führer und seinen visionen.
oft nur ein mensch mit charisma, der eine idee formuliert, die schon vorhanden war.
noch was - macht verändert. viele führer mit hehren ideen am anfang werden skrupellos, weil sie die relationen verlieren.
möglicherweise ist der buddhismus da anders.
müsste backi mal was zu sagen.
das eigentliche problem liegt aber bei den leuten die die sichtweise ihres führers übernehmen. wenn die nicht wären, hätte keiner dieser psychotiker die chance seine ideen unter die leute zu bringen.

die perspektive - auf ein leben nach dem tod zu verzichten,
verhindert zuverlässig auf irgendwelche heilsversprechen reinzufallen.


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